"Trotz der Corona-Pandemie hat sich im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben unserer Marktgemeinde Ludwigschorgast seit der letzten Bürgerversammlung Wesentliches getan. Es gab sichtbare Veränderungen und einige Baumaßnahmen sind abgeschlossen, aber auch Planungen sind vorangetrieben worden", sagte Bürgermeisterin Doris Leitner-Bisani zu Beginn der mit 65 Personen gutbesuchten Bürgerversammlung im FC-Sportheim. Der Marktgemeinderat habe einen Aufstellungsbeschluss zur Ansiedlung einer Tankstelle gefasst. Die Planungen und Erarbeitung der notwendigen Unterlagen lägen aber in der Hand des Investors, sodass man außer einem groben Plan noch nichts in den Händen halte.

Die Gemeinde sei dabei, die Auflagen bzw. Voraussetzungen für den Wasserrechtsbescheid abzuarbeiten. Die Digitalisierung bzw. Aufnahme der Kanalanschlüsse und Wasserarmaturen sowie Kanalbefahrungen haben ebenso stattgefunden wie zwei Fremdwassermessungen. Die ganzen Maßnahmen kosteten fast 100 000 Euro und fließen in die Abwasserkalkulation mit ein. Jetzt finde die Auswertung der Daten statt, auf deren Grundlage dann berechnet wird, was die Gemeinde an Volumen vorhalten muss, um im Falle von Starkregenfällen Wasser bzw. Abwasser zu puffern, erklärte Leithner-Bisani. Aufgrund der aktuellen Vorschriften müsse auf jeden Fall mehr zurückgehalten werden, als das momentan der Fall sei. Der Bau eines Überlaufbeckens kann aber teuer werden und man rechnet pro Kubikmeter mit rund 2000 bis 3000 Euro. Als Standort kommt nach den Worten der Bürgermeisterin die alte Kläranlage infrage, womit auch das Problem im Bahnhofsbereich gelöst werden könne. Erforderliche Bodenuntersuchungen sind vom Markt Ludwigschorgast bereits beauftragt.

Für ein weiteres Becken, ein Regenrückhaltebecken (RÜB), kommt als einzige Fläche der Bereich gegenüber dem Rewe-Markt infrage, also direkt zwischen der Auffahrt zur B 303 und der Arnitz. Diese Fläche muss von der Bundesrepublik Deutschland erworben werden, die Kosten liegen wohl insgesamt bei rund 500 000 Euro.

Nicht zur kurz kamen in der Ansprache von Doris Leithner-Bisani der anstehende Umbau der Kreuzung B 303, verbunden mit der Sanierung der Bahnhofstraße. Das Ingenieurbüro hat seitens des Staatlichen Bauamtes den Auftrag, die Planungen bis Jahresende weitgehend abzuschließen.

In Sachen Breitbandversorgung habe Ludwigschorgast ein Förderprogramm des Bundes genutzt. Mit dem sogenannten Masterplan gehe es darum, den ganzen Ort zu überplanen, sodass man, wenn Baumaßnahmen vorgesehen sind, schon entsprechende Rohrverbände verlegen kann, um ein späteres Aufreißen der Straßen unnötig zu machen.

Die Bürgermeisterin stellte fest, dass die Kindertagesstätte mit Kosten von rund 1,4 Millionen Euro sicherlich die größte Baustelle war. Aufgrund der Geburtenzahlen habe aber Handlungsbedarf bestanden. kpw