Neun Gemeinderäte und Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) waren für eine drastische Erhöhung der Wassergebühren - vier sprachen sich dagegen aus. Zum 1. Januar 2020 steigt der Wasserpreis pro Kubikmeter von derzeit 70 Cent auf 1,83 Euro. Die Grundgebühr für den Wasserzähler verdoppelt sich von zwölf auf 24 Euro pro Jahr.

Dringend nötig wurde die Erhöhung des Wasserpreises für den kommenden Kalkulationszeitraum bis 2024, weil ein Defizit in Höhe von rund 170 000 Euro aufgelaufen war und in den nächsten Jahren weitere Verluste zwischen 60 000 und 80 000 Euro jährlich zu erwarten wären, würde man den Wasserpreis nicht erhöhen.

Der ehemalige Kämmerer und jetzige Gemeinderat Bastian Holzschuh (CSU) hatte die Kalkulation noch erstellt und sieht eine Erhöhung der Wassergebühren um mehr als das Doppelte als unausweichlich an. Denn man fahre schon länger Verluste ein was auch mit der Photovoltaikanlage zusammenhänge und durch Rohrbrüche verschuldet sei; die Sanierung der Wasserleitung in der Bahnhofsstraße sowie die Quellsanierung kämen noch hinzu. Noch gar nicht eingerechnet seien dabei künftige Erschließungen von Baugebieten.

In den letzten Jahren habe man mit einem Wasserpreis von 70 Cent einfach viel zu wenig verlangt, sagt Holzschuh. Falls alles gut laufe, könnte man in vier Jahren den Wasserpreis vielleicht wieder um 42 Cent senken, lautet seine Prognose.

Außerdem könne man nur den Wasserpreis anheben, aber keine Verbesserungsbeiträge fordern, weil nichts Neues gebaut, sondern nur saniert und repariert werde. Das sieht auch Bürgermeisterin Gebhardt so.

Lediglich die Quellsanierung könnte über eine Beitragserhöhung abgerechnet werden: "Dazu investieren wir aber mit 100 000 bis 200 000 Euro zu wenig, denn es müsste mindestens eine Million Euro kosten." Auch Gebhardt betonte, dass Reparaturen nur über den Wasserpreis finanziert werden können.

Dritter Bürgermeister Konrad Galster (FW) fürchtete, dass die Bürger nach der Gebührenerhöhung Wasser sparen, um Geld zu sparen. Das würde die Gebühren noch weiter in die Höhe treiben.

Dauerniedrigpreis nicht haltbar

"Mit 70 Cent waren wir viele Jahre sehr gut bedient. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden war das Luxus", findet Gebhardt. Für Siegfried Adami (SPD) waren die 1,83 Euro viel zu hoch. "Mit der Mehrwertsteuer sind wir dann bei zwei Euro", so Adami Er schlug 1,40 Euro vor und fragte sich, warum denn in den letzten Jahren nicht schon erhöht worden sei.

Peter Bail fragte, warum man nicht schon früher auf 90 Cent erhöht habe. Schon 2017 hätte man 83 Cent verlangen müssen, erläuterte dazu die Rathauschefin. Das habe man damals aber nicht gewollt.

Holzschuh rechnete nun vor, dass ein Zwei-Personen-Haushalt künftig durchschnittlich pro Jahr 182 Euro und ein Vier-Personen-Haushalt 338 Euro im Jahr bezahlen werde. Das seien durchschnittlich sieben Euro pro Person im Monat mehr als bisher.

Auch Rainer Gebhardt (SPD) war jetzt für eine Erhöhung. "Wenn wir das Ganze weiter rausschieben, reden wir nicht von 1,83 Euro, sondern von fünf Euro." Außerdem sei es gut, wenn man Spielraum habe. Schließlich habe sich jeder für den Erhalt der Eigenwasserversorgung eingesetzt, so Gebhardt.

Adami war nun dafür, die Altlasten von 170 000 Euro nicht mehr von den Bürgern einzuheben, sondern abzuschreiben. Außerdem konnte Adami nicht nachvollziehen, warum Grundbesitzer, die einen Wasseranschluss haben, keine Grundgebühr bezahlen müssen, wenn noch kein Wasserzähler installiert ist.

"Wäre es eine Option, niedriger anzusetzen", fragte Galster nun. Es ist nicht möglich, ohne Wasseruhr eine Grundgebühr einzuheben und niedriger könne man auch nichts ansetzen, so die Bürgermeisterin.

Zweiter Bürgermeister Michael Knörlein (CSU) rechnete vor, dass ein Kubikmeter billigstes Mineralwasser aus dem Supermarkt 236 Euro kostet. Und ein Kubikmeter wesentlich besseres Trinkwasser aus der Leitung dann nur 1,83 Euro. Auch für Anja Gebhardt war klar: "Wir haben eine tolle Wasserqualität."

Um Kosten zu sparen schlug Holzschuh vor, die Wasserversorgung der drei VG-Gemeinden zusammenzuführen. Der Weilersbacher Bauhof repariere zum Beispiel die Rohrbrüche selbst.

Gebhardt verwies darauf, das das in der Vergangenheit nicht gewollt wurde. Man werde aber weiterhin in den Verhandlungen mit der VG bleiben.

Zudem ist die Rathauschefin froh, dass man eine gute Kooperation mit den Stadtwerken Forchheim habe. Denn eigenes Personal würde den Wasserpreis noch weitaus höher treiben. Auch für die künftige Erschließung von Baugebieten müsse eine Lösung gefunden werden. So habe die Erschließung des Baugebiets Laurentius für die Wasseranschlüsse 60 000 Euro gekostet. An Erschließungsbeiträgen kamen aber nur 30 000 Euro herein.