von unserem Mitarbeiter 
karl-heinz Hofmann

Stockheim — In der jüngsten Gemeinderatssitzung standen Wasser- und Abwassergebühren im Mittelpunkt. Die Verwaltung hatte Anpassungen sowohl der Grundgebühren wie auch der Verbrauchsgebühren vorgeschlagen, da schon seit Jahren keine Anpassung mehr erfolgte.
Die Räte stimmten schließlich nur einer moderaten Anpassung der Verbrauchsgebühren für Wasser auf 1,45 Euro pro Kubikmeter (bisher 1,40 Euro) und für Abwasser auf 2,50 Euro pro Kubikmeter (bisher 2,40 Euro) zu.
Kämmerer Stephan Urban erörterte, dass der Deckungsgrad aktuell im Haushaltsplan bei der Abwasserbeseitigung bei 79,9 Prozent liegt, was einer Unterdeckung von 142 900 Euro entspricht. Bei der Wasserversorgung liegt der Deckungsgrad bei 81,9 Prozent (82 900 Euro Unterdeckung).

"Am unteren Ende"

Das Grundgebührenaufkommen bewege sich prozentual gesehen mit unter neun Prozent bei beiden Einrichtungen am unteren Ende. Von daher scheine eine Anhebung der Grundgebühren angezeigt, so Kämmerer Urban.
Sein Entwurf sah Anhebungen in der Grundgebühr bei der Abwasserbeseitigung bis 2,5 Kubikmeter auf 42 Euro pro Jahr (bisher 30 Euro), bis sechs Kubikmeter auf 84 Euro (bisher 60 Euro), bis zehn Kubikmeter auf 126 Euro (bisher 90 Euro) über zehn Kubikmeter auf 216 Euro (bisher 168 Euro) vor.
Die Grundgebühren bei der Wasserversorgung sollten sich wie folgt gestalten: bis 2,5 Kubikmeter auf 24 Euro (bisher 18 Euro), bis sechs Kubikmeter auf 48 Euro (bisher 36 Euro), bis zehn Kubikmeter 72 Euro (bisher 54 Euro), über zehn Kubikmeter 132 Euro (bisher 108 Euro). Mit diesen Anhebungen würden die beiden Anlagen somit einen Deckungsgrad von 87,5 Prozent (Abwasserbeseitigung) beziehungsweise 90 Prozent (Wasserversorgung) erreichen.
Damit, so der Kämmerer, erscheine die gemeindliche Priorität der sozialen Komponente weiter gewahrt und die Gemeinde Stockheim käme grundsätzlich dem kommunalrechtlich geforderten Kostendeckungsgebot ein Stück weit näher, was wiederum zu einer geringeren Belastung der allgemeinen Haushaltsmittel führe.
Unter Berücksichtigung dieser Grundgebührenanhebung ergäbe sich bei kostendeckender Verbrauchsgebührenanhebung, ein Gebührensatz von 2,80 Euro pro Kubikmeter bei der Abwasserbeseitigung und ein Gebührensatz, von 1,58 Euro pro Kubikmeter bei der Wasserversorgung, rechnete der Kämmerer vor.

Kleinverbraucher benachteiligt

Es schloss sich eine längere Diskussion an. Daniel Wachter (CSU) sah die Anpassung zwar als moderat, aber dennoch ungerecht in der Struktur und Verteilung an. Bei dieser Konstellation der Anpassung müsse 90 Prozent der Erhöhung der Kleinverbraucher tragen. "Das ist nicht gerecht", wandte er ein.
Rudi Jaros (FW) wandte dagegen ein, dass eine moderate Erhöhung nach einigen Jahren gleichbleibender Gebühren vertretbar sei. Einen neuen Verteilerschlüssel könne man bei einer nächsten Anpassung voraussichtlich in zwei Jahren mit entsprechender Vorbereitungszeit diskutieren.
Jürgen Wöhner (FW) sah bei einer Erhöhung der Grundgebühr von 1,50 Euro im Monat, und dies nach fünf Jahren, kein Problem. Dies sollten auch Kleinverbraucher aufbringen können. Das bekräftigte auch Stefan Häfner (FW). Joachim Beez (SPD) meinte, mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen moderaten Anpassung könne jeder leben, diese sei nach Jahren konstanter Gebühren nun fällig.
Nachdem aber auch Silvia Weißbach (CSU) nochmals auf die Ungerechtigkeit hinwies, dass Kleinverbraucher mehr von der Erhöhung tragen müssten als Großverbraucher, machte Bürgermeister Rainer Detsch einen Kompromissvorschlag und sprach sich dafür aus, den von der Verwaltung vorgelegten Beschlussvorschlag abzuändern und sich vorerst auf eine Erhöhung der Verbrauchsgebühren für Wasser um 0,05 Euro und für das Abwasser um 0,10 Euro zu einigen.
Letztlich erhielt dieser Vorschlag des Bürgermeisters die Mehrheit mit 10:8 Stimmen.
Der Auftrag für Heizung/Sanitär für den Anbau einer Kinderkrippe am Kindergarten Neukenroth wurde zum Preis von 10 088 Euro an eine Firma aus Reitsch vergeben.
Bürgermeister Rainer Detsch informierte, dass erfreulicherweise die Regierung von Oberfranken den Antrag auf Errichtung einer gebundenen Ganztagesschule der Grundschule Stockheim positiv beschieden habe.