"Die Entwicklung am Milchmarkt und Erwartungen an die Milcherzeuger - worauf haben sich unsere Betriebe einzustellen?" Diese Frage stand im Mittelpunkt eine...
"Die Entwicklung am Milchmarkt und Erwartungen an die Milcherzeuger - worauf haben sich unsere Betriebe einzustellen?" Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Fachvortrags, zu dem Rudolf Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Milchbauern nach
Hirschaid eingeladen hatte. Als Referentin begrüßte er Corina Janthke, Leiterin der Milch- und Molkereiwirtschaft an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) München.
Im Kapitel "Trend und Leben mit der Milchwirtschaft" stellte sie zu Beginn die Milieustudien der Gesellschaft des Sinusinstituts besonders in Bezug auf Ernährung und Konsum vor. Die Regulierungen reichten von der Haftung, der Meldepflicht an die MMO (Milk Market Observatory), Medikation und Behandlung, die Nährstoffbildung und die Phosphat-Quote. Janthke meinte, dass man keine Milchquote bräuchte, da dies bereits zum Beispiel die Bestimmungen zum Düngen und zur Gülleausbringung regeln würden.
Wichtige Aufschlüsse
In der nachfolgenden Diskussion widersprach dem die Vertreterin des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Lisa Hollfelder: "Eine Regulierung der Milchmenge in Krisenzeiten halte ich wie auch der BDM für unabdingbar, sonst sterben noch mehr Milchbauern." Den von 34 Molkereien geförderten Fragebogen an die Bauern hielt die Referentin für sinnvoll, da er auch für die Bauern Aufschluss über Ökologie, Ökonomie, Tierwohl und Soziales gebe. Auch hier legten einige Bauern ihr Veto ein und befürchteten nur zusätzliche Büroarbeiten.
Bei den Einflussfaktoren auf den Milchmarkt wies Corina Janthke darauf hin, dass die Ausrichtung des Agrarressorts der neuen Bundesregierung offen sei. Beratungen und Diskussionen der Gemeinsamen Agrar-Politik (GAP) der Europäischen Union seien im Gange. Auch die Autonomiebestrebungen der USA, Türkei, des Mittleren Ostens und Nordafrikas (MENA) brächten eine unsichere Entwicklung mit sich.
Die Folie über die Milchanlieferungen in der EU letzten Jahres zeigte einen deutlichen Anstieg von sechs Prozent im letzten November. Der Milchpreis erhöhte sich im letzten Jahr, da die Nachfrage aus China, Indonesien und den Philippinen über der des Vorjahres stand. Er sei aber bereits wieder im Fallen und bereite so den Milchbauern erneut Kopfzerbrechen.
Regionale Produkte
Beim Trend der Milchqualitäten wies Janthke auf regionale Produkte hin, auf Biomilch, gentechnikfreie Milch, Heumilch und Milch mit Labels zur Weidehaltung und zum Tierwohl.
Zu den Aufgaben, die es zu bewältigen gelte, wurden genannt, dass sich die Veränderungen in der Milcherzeugung und das, was die Bauern leisten, in den Prozessen widerspiegeln müssten.
In Sachen Kommunikation nannte die Referentin das Beispiel eines Dorfes in Norddeutschland, wo sich die noch wenigen vorhandenen Bauern aufteilten und einer die landwirtschaftlichen Interessen im Elternbeirat, der andere im Pfarrgemeinderat und so weiter vertreten.