Andreas Lösch

Ganz schön viel Holz und Gestrüpp wurde diese Tage in Zeil geschnitten, zerlegt und weggeschafft. An mehreren Stellen im Ort waren städtische Mitarbeiter an Hängen, Straßenrändern und Gräben zugange.
Eine Leserin hat den Fränkischen Tag angeschrieben und diese Vorgehensweise kritisiert. "Schön gewachsene, meterhohe Gehölze und Sträucher" seien unnötig abgeholzt worden, schreibt die Frau (der Name ist der Redaktion bekannt). Ein "Stück Natur, Lebensraum für Singvögel", eine kleine innerstädtische Idylle sei für immer verloren. Konkret bezieht sie sich dabei auf Schnittarbeiten entlang der Haßfurter Straße kurz vor dem Kreisel, auf den Bereich Elisabetha-Hofmann-Platz sowie einen Feldweg am Ende des Augsfelder Wegs im Westen der Stadt.


Naturschutzrechtliche Bedenken?

Der Fränkische Tag hat im Landratsamt nachgefragt, ob es naturschutzrechtliche Bedenken wegen des Rückschnitts und einiger Baumfällarbeiten gebe. "Es war mit uns abgesprochen", sagt Manfred Husslein, zuständig für Naturschutz im Landratsamt in Haßfurt. Er habe sich die Arbeiten auch angesehen und könne sagen, dass sie in dieser Form in Ordnung gehen. Auch die Jahreszeit spreche für diese Maßnahmen, denn es beeinträchtige die Tierwelt nicht in dem Maße, wie es etwa im April oder Mai der Fall wäre, wenn die Vögel das Brüten beginnen. Zudem wachsen zurückgeschnittene Hecken und Sträucher rasch wieder nach, durch das "Auf-Stock-Setzen" werden sie lediglich verjüngt.


Abflussfunktion aufrechterhalten

Dass Bürger auf solche Sachen aufmerksam machen, freut ihn trotzdem: Es sei auch im Interesse des Naturschutzes, von möglichen überzogenen Aktionen zu erfahren, was hier aber nicht der Fall sei. Auch könne es vorkommen, dass sinnvolle Aktionen nicht fachgerecht ausgeführt werden, auch dann könne man reagieren. Die Baumfällarbeiten am Feldweg am Rande des Gewerbegebiets seien ebenfalls mit dem Landratsamt abgestimmt, hier gehe es darum, den Graben zu räumen und seine Abflussfunk-tion aufrechtzuerhalten.
Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann erklärt auf Nachfrage, dass die innerstädtischen Arbeiten notwendig gewesen seien, in einigen Bereichen, etwa in der Haßfurter Straße, waren nach Angaben der Stadt bis zu 70 Prozent der Gewächse zum Teil abgestorben oder in schlechtem Zustand. In Hinblick auf im Zeitraum Januar/Februar anstehende Schnittarbeiten am Käppelesberg, die den Blick auf die kleine Kirche aus der Entfernung verbessern sollen, sagte Stadelmann, dass auch diese mit dem Landratsamt abgestimmt seien.