Es kann ein Hackerangriff sein, eine Naturgewalt oder einfach eine dumme Kette von Pannen - dann ist alles aus. Telefon tot, Rechner offline, Handy ohne Verbindung, ein Stromausfall macht uns blind und taub für Informationen. Das ist aber nur die Spitze eines Eisbergs von Problemen, mit denen wir konfrontiert werden, vor allem, wenn wir über Tage ohne elektrische Energie auskommen müssen. Wie die Stadt, einschließlich der äußeren dörflichen Stadtteile, sich auf so eine Krise vorbereiten kann, damit beschäftigte sich der Feuerwehrausschuss des Stadtrates seit Monaten. Bei der Sitzung des Stadtrats am Montagabend legte Thomas Lesch (SPD) erste Ergebnisse vor.

Der Zweite Bürgermeister zeigte auf, was getan werden könnte - getan werden muss es erst noch. Das kann auch Geld kosten, wie Thomas Lesch nicht verschwieg. Geld, das aber gut investiert ist, wenn es eines Tages gilt, einen längeren Stromausfall zu überstehen. "Wir haben immer neue Bereiche entdeckt, die ohne Strom nicht funktionieren und an die zunächst niemand gedacht hätte", beschreibt Thomas Lesch die Arbeit des Ausschusses. So fand sich relativ schnell eine Lösung, die medizinische Versorgung einigermaßen sicherzustellen. "Aber im Gespräch mit Apothekern erfuhren wir, dass es ohne Strom nicht möglich ist, Medikamente auszugeben", so Lesch.

Notstrom soll unter anderem die Wasserver- und Abwasserentsorgung ermöglichen. Doch damit Notstrom eingesetzt werden kann, muss erst dafür gesorgt werden, dass entsprechende Geräte da sind. Auch dann reicht der Strom nicht für alles, was dringend nötig wäre. Bei einem Ausfall im Winter fallen Heizungen aus. Seniorenheime, große Wohngebäude, die vielleicht auf Fernwärme angewiesen sind, könnten nicht mehr versorgt werden, hätten aber auch wenig Möglichkeiten, alternativ für Wärme in der Wohnung zu sorgen.

Eine "Energie- und Wärmeinsel" im Zentrum könnte nach den Worten von Thomas Lesch rund um Rathaus, Stadtwerke und Feuerwehrgelände eingerichtet werden. Ähnlich sollen die Feuerwehrhäuser oder ein anderer geeigneter öffentlicher Raum in den Dörfern Anlaufstelle für Versorgung und Information sein.

Ein dauerhaft eingerichteter Krisenstab der Stadt, der rund um den Feuerwehrausschuss aufgebaut werden soll, kann die Aufgabe übernehmen, die vorbereitenden Maßnahmen Stück für Stück umzusetzen. Vor allem kann er auch die Aufgabe übernehmen, die Bürger zu informieren, wo sie im Falle eines Falles Informationen und Unterstützung bekommen können. Jeder Einzelne kann aber eigene Vorkehrungen treffen, damit er besser durch eine Krisensituation kommt, die ja auch nicht nur ein Stromausfall sein muss. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat dazu einen Ratgeber herausgegeben.