I mmer wieder tauchte in Haßfurt in den vergangenen Jahren die Frage auf, ob sich die Stadt ein solch reichhaltiges - und teures - Kulturprogramm leisten soll und kann. Petra Lettang vom Kulturamt der Stadt und die Stadt selbst verteidigten die Kulturausgaben. Petra Lettang, die wesentlich verantwortlich war für die vielen und sehr beachteten Angebote, steht mittlerweile nicht mehr im Dienst der Stadt, aber die Frage nach den Kosten für die Kultur bleibt. Sie kommt jetzt sogar verstärkt, denn das Kunsthaus, das Haßfurt schaffen will, ist ein Brocken. Die Investition würde vier Millionen Euro verschlingen und der Betrieb der Stadt jedes Jahr 350 000 Euro abverlangen. Nach den ersten Schätzungen. Kein Wunder, dass so mancher Stadtrat Bauchschmerzen hat angesichts dieser Gelder.
Dazu zwei Gedanken, die zum Teil auch in der Stadtratssitzung erwähnt worden sind. Sogenannte weiche Standortfaktoren wie etwa ein kulturelles Angebot sind heute auch für Firmen und vor allem für deren Mitarbeiter ein Argument für oder gegen eine Region. Die Kultur kann den Ausschlag geben, ob ein Unternehmen die passenden Mitarbeiter bekommt oder eben nicht.
Der zweite Gedanke: Was passiert, wenn Haßfurt das Kunsthaus nicht realisiert? Dann müsste sich die Stadt trotzdem mit dem Problem befassen, was mit dem denkmalgeschützten Haus, in dem zuletzt Geschäfte untergebracht waren, geschieht. Verfallen soll und darf es nicht. Und: Wenn Haßfurt die Vries-Werke nicht holt, dann tut es vielleicht eine andere Stadt. Vielleicht eine Metropole weit weg. Dann muss sich Haßfurt den Vorwurf gefallen lassen: Warum habt Ihr nicht das Werk eines Künstlers gesichert, der einen Bezug zu dieser Region (Steigerwald) hat?