Nachwuchssorgen dürfte die Adelsdorfer Feuerwehr in den nächsten Jahren wohl nicht haben. Denn am vergangenen Wochenende wurde im Feuerwehrhaus die erste Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. "Wir wollen mit der Zeit gehen", begründete Kommandant Jürgen Hörrlein den Entschluss. "Die Kinderfeuerwehr ist eine gute Möglichkeit, die Kinder von klein auf für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern."
Schon seit einem knappen Jahr liefen die Vorbereitungen für das Projekt, das die Kleinsten spielerisch an die Feuerwehr heranführen soll. Dabei galt es, Sponsoren zu finden, die die Gründung einer Kinderfeuerwehr finanziell erst ermöglichen.
Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) steuerte Verkehrsschilder für das Trainieren der Verkehrsabsicherung bei, das Bekleidungshaus Murk spendierte bestickte Mützen und das Autohaus Dorn kam für neongelbe Westen auf. Die VR-Bank und die Firma Siemens beteiligten sich mit Finanzspritzen. Christoph Mauer von der Zimmerei Willert fertigt ein Spritzenhaus für die Kinder. Jede Gruppe bekam außerdem ein eigens gestaltetes Logo von den hl-studios in Erlangen. So prangen auf den Mützen der zukünftigen Feuerwehrleute nun eindrucksvoll die Gruppennamen "Löschwichtel", "Löschbande", "Feuerdrachen" und "Miniretter". Der materielle Grundstein ist damit gelegt.
Für die Betreuung der Jungen und Mädchen sorgen in Zukunft acht Mitglieder, die sich selbst in der aktiven Mannschaft engagieren. Neben dem Leiter Sascha Kubera sind das Gabriele und Jana Hörrlein, Margit und Tina Wozelka, Christine Dittrich, Kerstin Halfter und Hamza Zllanoga. Bereits ab drei Jahren kann man Mitglied in der Gruppe der Jüngsten, den "Löschwichteln", werden. Hier bestand mit 16 von insgesamt fast 50 Anmeldungen auch das größte Interesse.
Nachdem die Kinder in ihre jeweiligen Gruppen eingeteilt wurden, ging es dann auch schon an das erste Gruppentreffen. Dabei stand das gegenseitige Kennenlernen auf dem Programm. In Zukunft wird sich jedes Team einmal im Monat treffen, das Feuerwehrhaus und die Einsatzfahrzeuge erkunden, Verkehrsschilder besprechen und imaginäre Flammen im Spritzenhaus löschen. Nach der Zeit in der Kinderfeuerwehr, die Kinder bis zu zwölf Jahren aufnimmt, ist aber noch lange nicht Schluss. Denn danach besteht die Möglichkeit, Mitglied in der Jugendfeuerwehr zu werden.
"Es ist eine lange Zeit, bis man mit 18 Jahren seinen ersten Einsatz fahren darf", weiß Kommandant Hörrlein. Doch wenn die Leidenschaft für das Retten und Löschen erst einmal geweckt ist, bleibt es bei vielen das Ziel, selbst einmal ein Feuerwehrauto zu fahren.
Larissa Händel