Es war tröstlich: Wenigstens der Schnee hatte sich nicht um das verflixte Corona-Jahr gekümmert. Pünktlich am 1. Dezember, dem Tag, an dem die Kinder das erste Türchen im Adventskalender aufmachen dürfen, hatte er über Nacht die Welt gestern ein wenig verzaubert.

Die größte Freude hatten die Kinder als sie - noch beim Schein der Straßenlaternen - zur Schule gingen und erste Schneebälle rollten. Angst vor Fahrzeugen mussten sie beim Herumtollen nicht haben. Die Autos krochen noch über die verschneiten Straßen.

Schneemänner gebaut

"Ein Großereignis für unsere Kinder", kommentierte Silke Schmitt, die neue Rektorin der Höchstadter Grundschule Süd, die geschlossene Schneedecke am Morgen. Natürlich durften die Schüler raus auf ihr Sportgelände, um gleich die ersten Schneemänner und Iglus zu bauen.

Bereits um drei Uhr war gestern für die Mitarbeiter der Höchstadter Straßenmeisterei die Nacht zu Ende. "Es war für uns der erste richtig große Einsatz im Winterdienst", sagte Michael Bauer, Leiter der Höchstadter Außenstelle des Staatlichen Bauamts. Sechs Fahrzeuge machten sich auf, um die insgesamt 205 Kilometer, für die die Höchstadter Straßenmeisterei zuständig ist, von Eis und Schnee zu befreien. Neben Bundes- und Staatsstraßen betreuen die Höchstadter auch einige Kilometer Kreisstraßen, für die sie einen Winterdienstverbund mit dem Landkreis haben.

Für den Winter ist die Straßenmeisterei gut gerüstet. So lagern 1000 Tonnen Streusalz am Greiendorfer Weg in Höchstadt und weitere 800 Tonnen in Erlangen. Damit die Salzkörner nicht sofort wieder vom Winde verweht werden, werden sie auf dem Streuteller mit einer Sole-Lösung angefeuchtet.

Nur Blechschäden

Wie jedes Jahr beim ersten Schneefall hatten die Beamten der Polizeiinspektion Höchstadt auch gestern in der Früh einige Einsätze. Bei neun kleineren Unfällen auf den winterlichen Straßen habe es glücklicherweise aber nur Sachschäden gegeben, berichtete Höchstadts stellvertretender Dienststellenleiter Dominik Paucke auf Anfrage des FT.

Dabei rutschten Fahrzeuge in den Gartenzaun, gegen Verkehrszeichen, in den Graben oder auch in den Gegenverkehr. Zwei Autos blieben an Steigungen hängen und kamen weder vor noch zurück. Dass sich manche Autofahrer noch nicht auf die winterlichen Straßenverhältnisse eingestellt haben, ist für Dominik Paucke nichts Außergewöhnliches. See/ad