Er soll die Attraktivität der "familienfreundlichen Gemeinde" Frensdorf noch weiter steigern: Ein "Kindergarten Natur", nach Idee und Antrag der Arbeiterwohlfahrt, dem Träger des Frensdorfer Kinderhauses. In der Gemeinderatssitzung wurde jetzt die erste Hürde genommen: Die Räte stehen einer solchen Einrichtung grundsätzlich positiv gegenüber, heißt es im einstimmigen Beschluss.
Auch ein Sprecher des Vereins Naturbadesee zeigte sich von der Idee angetan. Wobei dies vorerst lediglich die Stimmung im Gremium wiedergibt. Sabine Brehm, ehemals langjährige Leiterin des Kindergartens Sankt Elisabeth, konnte den Räten die Vorstellung von einer solchen Betreuungsmöglichkeit schmackhaft machen. Brehm ist jetzt in der Fachbereichsleitung der Arbeiterwohlfahrt übergreifend als Koordinatorin für pädagogische Konzepte zuständig.
"Die starke Nachfrage hat uns inspiriert, über neue Möglichkeiten der Betreuung nachzudenken", betonte Brehm in der Sitzung. Dabei war auch schon ein Grundstück in den Fokus gerückt, auf dem der Naturkindergarten realisiert werden könnte. Nahe dem Naturbadesee gelegen, hat sich dort die Natur Raum verschafft, nachdem früher Schafe darauf weideten. Alter Baumbestand, Felder, Wald und Wiese, nicht zuletzt aber das Schulbiotop am nahen See, kommen den Intentionen des Trägers sehr entgegen. Der angrenzende Wald und die Streuobstbestände wären ideal, damit die Kinder den Jahresrhythmus erleben können. Als Unterkunft bei sehr schlechtem Wetter sollte ein Holzpavillon aufgestellt werden.


Natur, Glück, Heimatliebe

Als pädagogische Schwerpunkte nannte Brehm das Erforschen der Natur, Heimatliebe, die Vermittlung von Glück, aber auch die Übernahme von Verantwortung. Bei der Awo denkt man an zweimal 15 Kinder. Dafür brauche man vier Erzieherinnen mit naturpädagogischen Erfahrungen. Zusammenarbeiten soll der Naturkindergarten mit dem Naturschutz, mit Fachakademien, Praktikanten und anderen mehr. Als Treffpunkt für die Kinder am Morgen wird an das Kinderhaus gedacht. Dann soll es bis zum Mittagessen, das in der Einrichtung eingenommen wird, in die Natur gehen. Das Nachmittagsprogramm würde wiederum im Kinderhaus stattfinden.
Manfred Wurm begrüßte dieses Vorhaben: "Unsere Kinder sitzen sowieso zuviel am Computer und vor dem Fernseher!" Ihm sei jedoch eine richtige Erschließung des Holzhauses mit Wasser, Strom und Kanal wichtig. Die am See aufgestellten Toiletten sind an Strom, Wasser und Kanal angeschlossen, im Winter aber stillgelegt. Es müsste somit eine Anbindung an diese Toiletten geschaffen werden. Auch wenn in anderen Waldkindergärten die Bedürfnisse "mit Schäufelchen" entsorgt werden, scheint dies den Frensdorfer Räten aber nicht so recht zu gefallen.
Durch die ständige Verbindung mit dem Kinderhaus im Ort sei dies kein Naturkindergarten im klassischen Sinn, sondern eine Mischung aus beidem, fand Günther Diller. Er stellte auch die Bedarfsfrage, die schnell beantwortet werden konnte: Das Kinderhaus sei an der Grenze seiner Kapazität angelangt. Die ursprüngliche Genehmigung für 210 Plätze musste bereits auf 230 erweitert werden.