"Feuerwehr macht mir immer noch viel Spaß, auch nach fast 45 Jahren aktivem Dienst", sagte Kreisbrandrat Manfred Lorenz beim Ehrungsabend der Gemeinde Ahorn im Bürgerhaus. Auch vielen Wehrleuten macht die freiwillige Arbeit offenbar großen Spaß, denn beim Ehrungsabend wurden sieben Wehrleute für 25 und 40 Jahre aktiven Dienst mit staatlichen Feuerwehrenzeichen in Silber oder in Gold geehrt.

Für Manfred Lorenz ist es wichtig und notwendig, Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen und die Bevölkerung für die Feuerwehr zu sensibilisieren. Er ging im Besonderen auf das Nachwuchsproblem ein. Denn ohne den nötigen Nachwuchs könne man diese freiwillige Dienstleistung in der fernen Zukunft nicht mehr für die Bevölkerung leisten. Man wolle deshalb die Jugend aktiv für die Feuerwehr gewinnen.

Die Feuerwehr Ahorn geht hier voran. Denn sie war eine der ersten Wehren im Landkreis, die eine Kinderfeuerwehr gegründet und damit Kinder schon in sehr jungen Jahren für die Feuerwehr begeistert haben. Heute ist der Landkreis Coburg laut Lorenz führend bei den Kinderfeuerwehren. "Denn in der Kinderfeuerwehr lernt man viel für das Leben", stellte der Kreisbrandrat fest. Dafür ließen sich die Ahorner Verantwortlichen ständig etwas Neues einfallen, dies sollten auch andere Wehren, ob klein oder groß, tun.

Der Ehrungsabend für verdiente und langjährige Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner findet alle zwei Jahre in einem feierlichen Rahmen in der Gemeinde statt. "Die Feuerwehren sind wichtig und erfüllen in der Gemeinde eine zentrale Aufgabe", sagte Bürgermeister Martin Finzel. In den vergangenen Jahren sei viel geleistet worden, sagte Finzel und ging auf verschiedene Einsätze ein. Der Gemeinderat stehe hinter seinen Feuerwehren. Denn die Gemeinde habe in puncto Feuerwehr in der nächsten Zeit viel vor. So werde die Feuerwehr Ahorn ein neues HLF 20 bekommen, das dann das 33 Jahre alte LF 16 ersetzt. Danach will die Gemeinde das Feuerwehrhaus in Schorkendorf in Angriff nehmen. Das Gemeindeoberhaupt bescheinigte eine gute Zusammenarbeit mit der Kreisbrandinspektion, mit der zurzeit intensive Gespräche geführt würden.

Das Engagement und die Einsatzbereitschaft an 365 Tagen im Jahr für die Bevölkerung lobte Landrat Sebastian Straubel in seinem Grußwort. Auch seien die gesellschaftlichen Veranstaltungen der Feuerwehren sehr wichtig in den Orten. Die Arbeit der Feuerwehren klappe im Landkreis in jeglicher Beziehung, sagte Straubel und lobte auch die Gemeinden. Da die Aufgaben immer komplexer würden, sei eine stetige Aus- und Fortbildung notwendig.

Martin Finzel stellte den neuen Feuerwehrbeauftragten der Gemeinde Ahorn, Michael Göbbel, vor und verabschiedete Ulrich Platsch, der 40 Jahre als Kämmerer und Feuerwehrbeauftragter in der Gemeindeverwaltung Ahorn tätig war und ab dem 1. Januar seinen Vorruhestand genießt. Michael Göbbel kommt aus Rödental und war dort über zehn Jahre für die Feuerwehren zuständig und bereits bei der Anschaffung von sieben Feuerwehrfahrzeugen beteiligt. Er wechselt nun zur Gemeinde Ahorn und übernimmt die Aufgaben des Kämmerers und des Feuerwehrbeauftragten.

Ulrich Platsch blickte auf die 40 Jahre seines Wirkens zurück. Das Verständnis und der Respekt für die Feuerwehr seien während seiner Amtszeit gewachsen, betonte der scheidende Kämmerer.

Im Namen aller Feuerwehren in der Gemeinde lobte Timo Schulz, der Kommandant der Feuerwehr Ahorn, das Wirken von Ulrich Platsch und überreichte als äußeres Zeichen einen "Geldsack".

Bei der Verleihung der Ehrzeichen verlasen Kreisbrandmeister Jannic Christ und Kreisbrandinspektor Christian Boßecker die Laudationes für die ausgezeichneten Wehrleute. Mit dem staatlichen Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Dienst wurden André Oberender (Feuerwehr Schafhof), Steffen Abt (Wohlbach) und Christian Reblitz (Schorkendorf-Eicha) ausgezeichnet. Das staatliche Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Dienst erhielten Winfried Oberender, Reiner Wittmann (Schafhof) Günter Ritz (Wohlbach) und Johann Fischer (Witzmannsberg). Michael Stelzner