matthias einwag Die Sanierung der Bahnhofstraße ist für die Stadt so etwas wie ein Jahrhundertprojekt. Bisher wurden vom Rathaus bis zur Einmündung der Goethestraße drei Bauabschnitte verwirklicht. Die letzten beiden Teilstücke von der Goethestraße zum Bahnhof sind insgesamt rund 500 Meter lang. Die Planung steht. Wir sprachen mit Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) über den Sachstand und darüber, wann die Pläne umgesetzt werden.

Herzstück des vierten Bauabschnitts ist der kleine Platz am Lauterbach zwischen Schäfers Café und dem Café Rimsinger. Die jetzt relativ unscheinbare Anlage soll gestalterisch aufgewertet werden. Es ist vorgesehen, das Areal auf Straßenniveau anzugleichen und einen aufgeweiteten Zugang zum Bach zu schaffen.

Wasser als belebendes Element wird zudem aus einem originellen Zufallsbrunnen sprudeln: Die Konturen eines Rechenbretts, wie Adam Riese es benutzte, werden in den Granitboden eingelassen. Darauf können Rechenaufgaben gelöst werden. Über die am Boden installierten Düsen zeigen Wasserstrahlen die richtige Lösung an. Ein ähnlicher Brunnen existiert am Coburger Albertplatz.

Baubeginn für Abschnitt 4 - von der Goethestraße bis zur Unteren Gartenstraße - ist nach jetzigem Planungsstand im Frühjahr 2021, sagt Bürgermeister Kohmann. 2,4 Millionen Euro seien dafür vorgesehen. Der Abschnitt 5 - von der Unteren Gartenstraße bis zum Bahnhofsplatz - soll 2022 angepackt werden; dafür sei eine Million Euro vorgesehen. Über die Städtebauförderung seien Zuschüsse von rund 60 Prozent zu erwarten. Hinzu kämen die Kosten für die Kanal- und die Wasserleitungssanierung in beiden Bauabschnitten.

Nur Gehwege werden gepflastert

Die Fahrbahn beider Teilabschnitte werde mit einem Asphaltbelag versehen. Die Fahrstreifen würden nicht mehr in Granit ausgeführt wie bei den drei bisherigen Abschnitten. Für Fußgänger entstünden breite gepflasterte Gehwege, und für Autofahrer würden genügend Parkbuchten ausgewiesen. Die Bahnhofstraße sei als Verbindung vom Stadtkern zum Thermalbad eine wichtige Verkehrsader. Die Planer hätten zusammen mit dem Stadtrat großen Wert darauf gelegt, diese Straße schön zu gestalten und möglichst viele Kurzzeitparkplätze einzurichten, damit weiterhin Besorgungen in Geschäften, Kanzleien und Praxen möglich sind. Die Höchstgeschwindigkeit werde in diesem Bereich künftig auf 30 km/h beschränkt.

Eine neue Ahornallee entsteht

32 Bäume werden in den beiden Abschnitten neu gepflanzt - Kugelahorne, ebenso wie bei den bisherigen Abschnitten. Das Begrünen der Straßenränder und ein ansehnliches Erscheinungsbild dieser Magistrale seien Prämissen der Planer gewesen. Zudem würden etliche Ruhebänke aufgestellt und Fahrradstellplätze angelegt, sagt der Bürgermeister. Die angestrebte Barrierefreie nütze Sehbehinderten und allen Menschen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind - sie sei auch für Eltern mit Kinderwagen vorteilhaft.

Bahnhof wird einzeln betrachtet

Die Umgestaltung des Bahnhofs werde gesondert betrachtet. Die Planungen laufen bereits, doch ein detailliertes Nutzungskonzept müsse noch erarbeitet werden. Mit dem barrierefreien Umbau des historischen Gebäudes könne nach Jürgen Kohmanns Worten nicht vor 2023 begonnen werden.