Ganz so üppig war sie gar nicht gedacht gewesen, die Sanierung des Arnold-Gymnasiums in Neustadt, sagt Martin Stingl (SPD). Der stellvertretende Landrat ist Leiter der baubegleitenden Arbeitsgruppe für das Projekt. Doch wie das bei Sanierungen oft so ist, kommt eines zum anderen und jetzt stehen zwölf Millionen Euro geplante Kosten im Raum.

"Wir nehmen viel Geld in die Hand, um in die Bildung zu investieren", sagt Landrat Sebastian Straubel (CSU). Doch es gibt auch einen kräftigen Zuschuss für das einzige Gymnasium in der Trägerschaft des Landkreises: "Wir haben noch keinen genauen Betrag, aber vom Freistaat werden rund acht Millionen Euro an Förderung gewährt." Weil die Arbeiten im laufenden Schulbetrieb stattfinden werden, muss sich die Schulfamilie nach den Worten des Landrates auf etwa zweieinhalb Jahre mit gewissen Beeinträchtigungen einstellen. Diese werden gewissermaßen durch den Gebäudekomplex wandern, denn es sind drei Bauabschnitte geplant - ohne die Neugestaltung der Außenanlagen, die den Abschluss der Sanierung bilden wird.

Martin Stingl ist überzeugt, dass alles weitgehend reibungslos über die Bühne gehen wird. "Wir sind gut im Training, was Schulsanierungen angeht", sagt er mit Blick auf beispielsweise die Sanierung der Realschule Coburg II, die ebenso wie die Realschule in Neustadt vom Landkreis getragen wird. An der CO II zog sich die Sanierung allerdings sehr viel länger hin, als es jetzt am Arnold- Gymnasium geplant ist, das Ende 2023 bereits in neuem Glanz erstrahlen soll. Und es war ein kostspieliges Ausweichen von Schulklassen auf Container erforderlich. Letzteres kann auch den Schülern und Lehrern am AG nicht ganz erspart bleiben.

Von Alpha bis Gamma

In Neustadt soll nun zuerst der Alpha-Bau in Angriff genommen werden, der auch der älteste Gebäudeteil der Schule ist. Dort wird - integriert in das Treppenhaus - ein Aufzug eingebaut, damit alle Etagen barrierefrei erreicht werden können. Räume, die an diesen Bereich angrenzen, sind von dem Umbau betroffen und werden daher im Zuge der Arbeiten saniert. Im Dachgeschoss befinden sich Musikräume. Ihre Aufteilung soll verändert und die Deckenkonstruktion an die Nutzung angepasst werden.

Bereits ausgebaut wurde die Heizanlage. Ihre riesigen Bestandteile liegen auf dem Hof und wirken wie Weltraumschrott. An ihnen lässt sich aber auch erkennen, dass die Anlage in die Jahre gekommen war und auch ohne Generalsanierung hätte erneuert werden müssen.

Der Beta-Bau, dem das Hauptaugenmerk der gerade anlaufenden Sanierung gilt, wurde 1983 errichtet. Weil er vor allem heutigen energetischen Standards nicht mehr entspricht, muss hier stark eingegriffen werden. Die komplette Haustechnik wird erneuert, ebenso die Dächer. Die Fassade wird neu gestaltet und beim Innenausbau wird der Schallschutz verbessert. Während dieser Arbeiten wird der Komplex durch Staubwände vom Rest der Schule abgetrennt und der Unterricht muss in ein Containerdorf ausgelagert werden.

Dieser Bau liegt dem stellvertretenden Schulleiter Heiko Klug besonders am Herzen, wie er sagt: "Der war gerade neu errichtet worden, als ich hier die sechste Klasse besuchte." Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, könne dann den Schülern wieder eine lebens- und liebenswerte Umgebung geboten werden - gemäß dem Motto des AG: "Schule leben - Leben schulen." Der jüngste Teil der Schule ist der Gamma-Bau. Er wurde 1999 in Betrieb genommen. Doch auch hier werden die Bodenbeläge in allen Räumen ausgetauscht. Die abgehängten Decken müssen entfernt werden, um die Haustechnik zu erneuern. Dann werden alle Klassenräume wieder hergestellt.

Ist die Sanierung abgeschlossen, sollen im Herbst 2023, falls alles wie geplant abläuft, die Außenanlagen neu gestaltet und hergerichtet werden.