"Verleumdung" lautete die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen einen Bürger im Landkreis, die gemäß Strafgesetzbuch mit Gefängnis bis zwei Jahren, bei öffentlicher Äußerung bis fünf Jahren, ersatzweise mit entsprechender Geldstrafe strafbewehrt ist.

Ohne weitere Einvernahme von Zeugen wurde das Verfahren schließlich in Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegen eine Geldauflage von 1000 Euro eingestellt. Für den Angeklagten kommen weitere Kosten für Gericht, Anwalt und die Auslagen der drei vorgeladenen Zeugen hinzu. Mit diesem Ergebnis der Verhandlung gilt der Angeklagte nicht als vorbestraft.

In zwei Fällen war der Angeklagte wegen Postings in Facebook angezeigt worden: Zum einen hatte er sich negativ über eine Familie geäußert, unter anderem unterstellt, der Vater sei dem Alkohol verfallen und die Mutter simuliere eine Behinderung nur. Zum anderen hatte er einen weiteren Bürger der gleichen Ortschaft, in der er auch selbst wohnt, als örtlichen Dorfquerulanten und Denunzianten bezeichnet.

Dass dies alles der Angeklagte tatsächlich geschrieben habe, räumte sein Verteidiger unumwunden ein. Dies aber in der Überzeugung, dass dem so sei. Als er dies geschrieben habe, sei ihm "emotional der Gaul durchgegangen".

Ob es Kontakte zur Beilegung der Streitigkeiten gegeben habe, fragte Richterin Sieglinde Tettmann. Die Gegenseite habe solche Kontakte abgelehnt, sagte der Angeklagte. Die Richterin regte außergerichtliche Vermittlungsgespräche an. Sobald der Angeklagte die 1000 Euro vollständig entrichtet hat, wird das Verfahren endgültig eingestellt. klk