Die promovierte Diplom-Kauffrau Vera Antonia Büchner übernimmt ab 1. April 2020 den Vorstandsvorsitz der Haßberg-Kliniken. Zum 1. Juli 2020 tritt der bisherige Stelleninhaber Stephan Kolck in die Freistellungsphase der Alters-teilzeit ein, wie das Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken am Dienstag mitteilte.

Vera Antonia Büchner hat sich ganz bewusst für die Leitungsposition in einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung im ländlichen Bereich entschieden, das in kommunalpolitische Strukturen eingebunden ist. Sie schätzt die Nähe kleinerer Krankenhäuser zu ihren Patienten sowie das dort angebotene Behandlungsspektrum. Auch das Konzept mit der engen Vernetzung von Medizinischen Versorgungszentren mit dem Krankenhausbereich hat sie zu einer Bewerbung im Kreis Haßberge bewogen.

Vera Antonia Büchner ist 36 Jahre alt, wuchs in Aalen auf und hat ihre akademische Ausbildung mit dem Studium der internationalen Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg mit Schwerpunkt "Gesundheitsmanagement" mit dem Diplom 2009 abgeschlossen. Ihre Promotion hat sie 2014 an der Universität Hamburg abgelegt. Der Wissenschaft ist sie durch ihre Tätigkeit als Dozentin an der Fernhochschule Rietlingen weiterhin verbunden.

2014 trat sie in die Regionalleitung der Gesundheitsholding Tauberfranken (BBT-Gruppe) ein. Im Mai 2017 übernahm sie die kaufmännische Direktion der Seniorendienste der BBT-Gruppe in der Region. Dort trägt sie die Verantwortung für zwölf Standorte mit 730 Plätzen.

Nun strebt Büchner zurück in den Krankenhausbereich. Sie freut sich auf die Herausforderungen, aber auch Chancen. Im Gespräch führt sie den fortwährenden Konzentrationsprozess im Klinikmarkt und die grundsätzliche problematische wirtschaftliche Lage von Kliniken der Grund- und Regelversorgung im ländlichen Bereich an.

Dem könne begegnet werden durch die Verbesserung der Attraktivität der Krankenhausstandorte, der gezielten Ausrichtung der medizinischen Versorgungsangebote auf die Bedürfnisse der Bevölkerung, die Vernetzung über die Sektorengrenzen (ambulanter Bereich und Pflegebereich) sowie durch eine enge Kooperation mit Nachbarkliniken, meint sie.

Der Kreis Haßberge setzt als Krankenhausträger auf die Fortsetzung einer kontinuierlichen Leitung seiner Krankenhäuser. Landrat Wilhelm Schneider zeigt sich zuversichtlich, dass dies mit Büchner gelingt. red