Unser Leben: Gabe und Aufgabe

1 Min

Im neuen Glücksatlas der Deutschen Post wird - bei regionalen Unterschieden - ein hohes Maß an Zufriedenheit für die Menschen in Deutschland festgestellt. A...

Im neuen Glücksatlas der Deutschen Post wird - bei regionalen Unterschieden - ein hohes Maß an Zufriedenheit für die Menschen in Deutschland festgestellt. Aber stimmt das auch für Sie? Sind Sie mit sich und Ihrem Leben zufrieden? Sind Sie zufrieden mit Ihrer Familie? Ihrer Arbeit? Ihren Mitmenschen? Unzufriedenheit kann sich auch unterschwellig breit machen und sich z.B. in Ungeduld, Bedrücktsein oder schlechter Laune ausdrücken. Sie legt sich wie eine schwere Decke auf unser Leben und macht den Alltag grau, trüb und freudlos.
Ein tiefer Grund für Unzufriedenheit mit uns selbst und unserem Leben liegt darin, dass wir unser Leben noch nicht als Gabe und Aufgabe annehmen. Für eine Gabe, ein Geschenk sind wir dankbar. Aber haben Sie schon einmal Gott, Ihren Schöpfer und Vater, dafür gedankt, dass Er Sie ins Dasein gerufen hat? Eine Gabe, für die wir nicht danken, haben wir noch nicht wirklich angenommen. Um aber echte Dankbarkeit zu zeigen, ist es notwendig, dass wir erkennen, was uns geschenkt wird. Es braucht unsere Achtsamkeit dafür, womit uns Gottes Liebe jeden Tag beschenkt. Schauen wir uns einmal um: Alles was uns umgibt, ist Ausdruck Seiner Liebe für uns. Wie können wir da unzufrieden sein?
Zudem hat Er in jede/jeden von uns Gaben, Begabungen hineingelegt. Sie sind uns gegeben, um eine Welt des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe mit zu erbauen, eine geschwisterliche Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig wertschätzen, in unserer Originalität anerkennen und verstehen. Weil wir dieses ideale Miteinander im Tiefsten ersehnen und von unseren Mitmenschen jetzt schon erwarten, werden wir immer wieder enttäuscht. Unsere Unzufriedenheit mit Anderen hat oft darin ihren tieferen Grund. Wir übersehen dabei, dass dieses neue menschliche Miteinander ja erst erbaut werden muss, dass es Aufgabe ist.
Auch der Schmerz, den die Anderen meist ohne Absicht in uns auslösen, gehört zu unserer Lebensaufgabe. Wenn wir ihn ins mütterliche Herz Gottes, in sein Erlöserherz legen, ihn darin bergen, können wir dort Heilung finden. "Mein Jesus, ich bringe Dir diesen Schmerz. Berge ihn in deinem Herzen, wandle, heile...." Von Ihm können wir auch die Liebe erbitten, die uns da gefehlt hat. Wenn wir uns z.B. nicht anerkannt oder unverstanden fühlen, dann können wir um anerkennende oder verständnisvolle Liebe bitten, um sie den Anderen zu geben, besonders dem, der den Schmerz in uns ausgelöst hat. Tun wir es im vollen Vertrauen, dass Gott uns jetzt gibt, worum wir bitten. So bauen wir mit an der neuen Gemeinschaft der Liebe und leben erfüllt und zufrieden unsere Lebensaufgabe.

Elmar Jonas ist Diplompädagoge und wohnt in Kronach.