Eigentlich wollte die Pretzfelder Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) den Haushalt im Gemeinderat zügig beschließen lassen: "Wir haben den Haushalt mit Stellen- und Finanzplan ja im Haupt-, Verwaltungs- und Finanzausschuss bereits vorberaten und er wurde mit 5:1 Stimmen angenommen." Doch auf ihre Frage, ob noch etwas zu klären sei, merkte Dritter Bürgermeister Gerhard Kraft (FW) an, dass das schon das dritte Jahr in Folge sei, in dem der Etat des aktuellen Jahres erst im Dezember beschlossen werden könne: "Das ist kein Haushalt, das ist ein Rückblick."

Geschäftsleiter Andreas Pfister wies darauf hin, dass die einzelnen Punkte ja immer in den Sitzungen von den Räten beschlossen worden waren. Da meldete sich Gerhard Mühlhäußer (CSU/BB) zu Wort: "Mir drängt sich der Eindruck auf, dass der Haushalt für Pretzfeld ein mehr oder weniger leidiges Übel ist." Er trug vor, dass dieser eigentlich ein Leitfaden sein solle. "Ich gebe zu, ich war die Gegenstimme, denn ich will das so nicht mehr haben", meinte Mühlhäußer. Er ärgerte sich auch über die Bemerkung, dass der Vorbericht "ausgiebig beraten" worden sei und verwies darauf, dass die Unterlagen früher ausführlicher und übersichtlicher gewesen wären. Er empfand es als Zumutung, dass er sich die Zahlen selbst zusammentragen müsse. Mühlhäußer meinte, dass alles so transparent sein müsse, dass auch die Bürger erkennen, was wie viel kostet. Er machte das am Beispiel Friedhof fest.

Andreas Pfister gab an, dass es eine Übersicht über alle Maßnahmen und Kosten gebe. Zweiter Bürgermeister Walther Metzner (WPA) warf ein, dass die Räte doch wüssten, was sie beschlossen hätten, und meinte: "Ich denke mal, man kann das unter Wahlkampf abhaken." Bei seinem späteren Antrag auf Bezuschussung erneuerbarer Energien zitierte Gerhard Kraft Metzner und warf ihm vor, mit diesem Antrag Wahlkampf zu betreiben.

Adnan Kachi-Grembler (SPD/Ökologen) meinte, dass alle Bürger die Sanierung des Friedhofs wollten, worauf ihn Mathias Reznik (CSU/BB) aufforderte, richtig zuzuhören: "Das hat er doch gar nicht gesagt." Und Mühlhäußer antwortete: "Ich verwehre mich dagegen, dass ich gegen etwas sein soll." Ihm gehe es nur um die Darstellung. Als Beispiel hatte er frühere Listen und Unterlagen dabei. Rose Stark warf ein, dass die Darstellung ihrer Ansicht nach verständlich sei und die Räte ja bei Fragen vorher in der Verwaltung anrufen könnten. Der Finanzausschuss habe die Zahlen lesen können. "Jetzt reicht's mir, wenn Sie mir vorwerfen, dass ich das nicht lesen kann", schimpfte Mühlhäußer.

Ohne auf die Zahlen noch einmal einzugehen, beschlossen die Marktgemeinderäte mit 9:5 Stimmen den Haushalt für 2019. Der Haushaltsplan schließt mit gesamt 8 109 200 Euro ab. Davon entfallen 4 498 400 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 3 610 800 Euro auf den Vermögenshaushalt. Die höchste Einnahme ist die Einkommensteuer mit 1 520 000 Euro, die höchsten Ausgaben sind die Kreisumlage mit 1 143 100 und die Personalkosten mit 980 750 Euro. Darlehensaufnahmen sind nicht geplant. Am Ende des Jahres wird die Pro-Kopf-Verschuldung 28,18 Euro betragen.