Die Langensendelbacher Bürger werden für Trinkwasser deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Dazu erläuterte Heinrich Schulte von der Kommunalberatung aus Veitshöchheim im Gemeinderat die Globalberechnung für die Wasserversorgung.

Der Grund dafür ist explizit der Neubau des Hochbehälters sowie Erneuerungsmaßnahmen am Leitungsnetz. Für diese Maßnahmen seien von den Anschlussnehmern bisher keine Beiträge erhoben worden. Die Finanzierung dieser Kosten muss von den Grundstückseigentümern getragen werden, so schreibt es der Gesetzgeber vor.

Die Gemeinde muss entscheiden, ob sie privatrechtliche Entgelte fordert oder Abgaben erhebt. Wenn sie öffentlich-rechtliche Abgaben bevorzuge, habe sie die Wahl zwischen Gebühren und Beiträgen, erläuterte Schulte. Soweit keine Beiträge erhoben werden, werden die Investitionen über die Benutzungsgebühren finanziert.

Die Kalkulation der Gebühren erfolgt auf Grundlage einer Prognose der voraussichtlichen Kosten innerhalb der Kalkulationsperiode, so die Kommunalberatung. Dazu gehören Abschreibungen der Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie die Verzinsung des aufgewendeten Kapitals. Es besteht aber auch die Möglichkeit einer Mischfinanzierung, zum Beispiel 75 Prozent der Investition über Beiträge zu finanzieren und 25 Prozent über Gebühren.

Die Höhe der Investitionen für den Verbesserungsbeitrag der Wasserversorgung beläuft sich auf 1 059 492 Euro netto, wovon der Neubau des Hochbehälters 682 789 Euro und die Auswechslung des Leitungsnetzes in der Straße "Am Berg" 376 702 Euro kostet.

Vier Berechnungsbeispiele

Das Kommunalbüro stellte vier Berechnungsbeispiele vor für die Umlegung von Beiträgen und Gebühren. In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass man sich eine Umlegung von 80 Prozent über Beiträge und 20 Prozent über Gebühren vorstellen könnte.

Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) machte den Vorschlag, die Räte sollten sich noch einmal in den Fraktionen mit dem Thema befassen, welcher Berechnungsvorschlag in Betracht käme. Die entsprechenden Satzungsbeschlüsse sollen in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen erfolgen.