Gehülz — Der KAB-Kreisverband Kronach-Hof hatte sein Stammtischgespräch in Gehülz. Dem gingen eine von der KAB gestaltete Andacht und ein Gottesdienst in der St.-Bonifatius-Kirche voraus. Im Gotteshaus fanden auch die beiden Ehrungen für Mitglieder der gastgebenden KAB Breitenloh statt: Klara Lorenz gehört dem Verband seit 60 Jahren an, Armin Weber seit 40 Jahren.
Diözesansekretärin Maria Gerstner, Ortsverbands-Sprecherin Gertrud Pöppl sowie Pater Maximilian Kray zollten den Jubilaren größte Anerkennung. Durch ihre jahrzehntelange Treue zum Sozialverband hätten sie mitgeholfen, viele Ziele der KAB zu verwirklichen. Gerstner verlas in diesem Zusammenhang auch ein Dankschreiben des KAB-Bundesverbands, unterzeichnet von der KAB-Bundesvorsitzenden Regina-Dolores Stieler-Hinz und KAB-Bundespräses Pfarrer Johannes Stein. "Meine Eltern waren schon bei der KAB", erklärte Klara Lorenz, für die damals ihr Beitritt eine Selbstverständlichkeit war.
Gerstner ging in ihrer Ansprache auf die über 100-jährige Geschichte der KAB Breitenloh ein, einer der ältesten Ortsverbände überhaupt. Dabei würdigte sie die frühe Integration der Arbeitnehmerinnen auch mit einer eigenen Fahne, was eine Besonderheit darstelle. Die KAB habe ihre Wurzeln in der christlichen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Sie sei aus dem Zusammenschluss von Arbeitervereinen entstanden. Der erste katholische Arbeiterunterstützungsverein sei vor über 160 Jahren gegründet worden. "Die KAB hat sehr viel erreicht im politischen Leben. Wir haben uns eingesetzt für die Menschen vor Ort, die keine große Lobby haben", so Gerstner. "Ich bewundere die Mitglieder der KAB, die so viel für die Kirche Gottes getan haben", würdigte Pater Maximilian den Verband.

Gut wirtschaften

Beim Stammtischgespräch informierte Gerstner über das KAB-Jahresthema "Gut wirtschaften". Sie betonte: "Der KAB geht es um die Frage, wie eine gute, nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft aussehen muss und kann." Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit sei für die KAB der Ausgangspunkt der arbeitende Mensch. Es gehe um eine gute Wirtschaft, die den Menschen diene und die Schöpfung in den Mittelpunkt stelle. Ein gutes Wirtschaften müsse daher Produktions- und Wirtschaftskreisläufe in den Blick nehmen. Es bedeute, Verantwortung für die Folgen von Produktion und Konsum zu übernehmen und den Menschen sowie seine unterschiedlichen Formen der Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen, damit für jetzige Generationen soziale Gerechtigkeit wachse und für spätere Generationen Zukunft möglich werde. In diesem Zusammenhang will man im Kreisverband auch die neuen Freihandelsabkommen und deren Auswirkung auf die Arbeitnehmerrechte prüfen sowie verstärkt an die Öffentlichkeit bringen.
Gerstner informierte auch über Änderungen im KAB-Sekretariat. Nachdem Ulrike Appel seit März in Rente sei, gebe es keine Büromitarbeiterin mehr im KAB-Büro in Kronach. Wenn Gerstner über längere Zeit nicht im dort sei, werde - wie bisher schon - das Telefon auf Bamberg umgestellt. Geregelte Bürozeiten seien schwer möglich, Termine könnten oft nur per Telefon vereinbart werden, so Gerstner. hs