"Die Frankebrünner sind ein feierfreudiges und umgängliches Völkchen. Behaltet diese Dorfgemeinschaft bei", führte Bürgermeister Gotthard Schlereth in der Bürgerversammlung an. Ortssprecher Thorsten Büchner begrüßte die Gäste im vollbesetzten Gaststättenraum. In der Diskussion ging es um das Projekt Bürgerhaus, den Jugendraum und um alternative Bestattungsmöglichkeiten wie Friedwald.

Mit 432 Einwohnern sei die Zahl leicht rückläufig, was einigen Wegzügen geschuldet sei. Auch war die Zahl der Sterbefälle (4) höher als die der Geburten (2). Der Ortsteil verfügt über 19 unbebaute Grundstücke, davon 14 in privater Hand und fünf gemeindliche. Aktuell stehe die Beurkundung für den Verkauf von einem Bauplatz an. Schlereth ging in seinem Vortrag auch auf den Wegfall der Straßenausbaubeitragssatzung ein. Damit hätte man für die Kommunen keine soziale Politik geschaffen. Die Diskussion über dieses Problem sei noch nicht vorbei.

Für den gemeindlichen Bauhof sei schon ein bisschen Weihnachten gewesen. Gerade heute sei der neue Kompakttraktor mit diversen Anbaugeräten angeliefert worden.

Kandidatensuche schwierig

Auch die Kommunalwahl 2020 war Thema in der Bürgerversammlung. Sie stelle eine gute Möglichkeit dar, sich in das kommunalpolitische Geschehen einzubringen und bürgerschaftliches Engagement für den Markt Oberthulba zu zeigen. Von 2000 Bürgermeistern würden 900 nicht mehr antreten, im Kreis seien es zehn, die sich der Wahl nicht mehr stellen. Es werde zunehmend schwieriger geeignete Kandidaten zu finden. Er bat die Anwesenden für Frankenbrunn wieder eine Liste aufzustellen. Die Nominierungsversammlung hierfür findet am 28. November im Feuerwehrgerätehaus statt.

Zum Thema Bürgerhaus fand ein Besucher die Ausführungen etwas dürftig. Schlereth verwies darauf, dass dem Markt zwei Anwesen in der Ortsmitte angeboten worden seien, Grundstücksangelegenheiten aber nichtöffentlich behandelt werden. Gerade heute sei ein Wertgutachten in Auftrag gegeben worden. Der mangelnde Fortschritt beim Jugendraum sei einem Krankheitsfall geschuldet. "Wir erwarten, dass das Beschlossene auch eingehalten wird", forderte Schlereth. Es mache keinen Sinn den Durchbruch für die Tür seitens der Gemeinde zu machen, wenn es dann nicht weiterginge.

Gerne sehe man, dass in der Michaelskapelle geheiratet werde. Doch die Benutzung von Papierkanonen könne in Zukunft ebenso wenig toleriert werden, wie das Reiswerfen beim Rathaus. "Wir werden das Thema Friedwald nicht aus den Augen verlieren, aber es muss halt alles passen", so Schlereth. Viele wollten nicht das Anonyme, sondern eine Gemeinschaft, besonders an Tagen wie Allerheiligen. Aus den Reihen der Gäste war zu hören, dass im Wandel der Zeit sich manche bewusst gegen ein Grab oder gegen die Urnenwand entscheiden.

Die Quellen im Wald würden schon versiegt sein, weil die Tiefenbrunnen das Wasser wegsaugten, hieß es von Zuhörern. Es müsse pfleglicher mit dem Gut Wasser umgegangen werden. Auch Schlereth sah in dem Thema eine Herausforderung.

Ortssprecher Büchner informierte abschließend, dass er sich aus Zeitgründen der Wahl nicht mehr stellen werde. Das Gasthaus Grüner Baum schließt zum Jahresende seine Pforte.