In einer Stellungnahme fordert die Arbeitsgruppe (AG) Pflege des Seniorenbeirats der Stadt Bamberg, dass die Träger im Zusammenhang mit der "generalistischen Pflegeausbildung" ausreichend Ausbildungs- und Praktikumsplätze vorhalten sollen.

Christine Karmann, Mitglied des Seniorenbeirats, befürchtet, dass die Träger in Stadt und Landkreis nicht ausreichend darauf vorbereitet sind, den Absolventen die passenden Ausbildungs- und Praktikumsplätze zur Verfügung stellen zu können. "Und es besteht die Gefahr", so Karmann in der Pressemitteilung, "dass die Träger aus Kostengründen eine kompetenz-reduzierte Ausbildung zur Altenpflege favorisieren." Das müsse verhindert werden.

Die bayerische Staatsministerin Melanie Huml (CSU) hatte in ihrem Vorwort des Ausbildungsleitfadens zur generalistischen Pflegeausbildung gefordert, von Anfang an den Weg der echten dreijährigen Generalistik zu gehen. Nur so könne erfolgreich für einen attraktiven und modernen Pflegeberuf geworben werden. Dem, so Karmann und Anton Zahneisen, ebenfalls Mitglied des Beirats, stimme die Arbeitsgruppe grundsätzlich zu.

Die bisher getrennten Ausbildungswege zur Alten-, Kinder- und Krankenpflege wurden seit 1. Januar 2020 in der generalistischen Ausbildung zusammengeführt. Diese breit aufgestellte Ausbildung, die mit der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/-fachmann endet, vermittelt eine Gesamtkompetenz, um in allen Tätigkeitsfeldern von Pflege arbeiten zu können.

Damit wurden die historisch bedingten Unterschiede zwischen den drei Berufsbildern innerhalb der Pflege (Alter-, Kranken,- Kinderpflege) überwunden. "Das macht Sinn", so Zahneisen. "In unserer alternden Gesellschaft werden zunehmend breitere medizinisch-pflegerische Kenntnisse erforderlich, um die Bewohner in einem geschützten und vertrauten Umfeld versorgen zu können und um einer Überforderung von stationärer Pflege und Versorgung entgegen zu steuern."

Azubis können nun prinzipiell wählen, ob sie die generalistische Ausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau/-fachmann anstreben oder aber den gesonderten Abschluss in Altenpflege mit geringerem Prüfungsniveau erwerben wollen, der dann zur Berufsbezeichnung Altenpfleger führe.

Erforderlich sei jedoch, dass die Altenpflegeschulen in Stadt und Landkreis künftig den generalistischen Abschluss auch favorisieren, die erforderlichen Curricula entwickeln und ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Diese Forderung will die Arbeitsgruppe in die Trägerkonferenz Pflege der Region Bamberg einbringen. red