Die drei größten Coburger Spielplätze - Hofgarten, Seidmannsdorf und Neuses - erfreuen sich bei Kindern und ihren Eltern größter Beliebtheit. Was allen drei Plätzen fehlt, sind nach Meinung der Wählergemeinschaft Pro Coburg (WPC) Toiletten.

Immer wieder, so heißt es in dem Antrag, müssten die "Büsche zur Verrichtung der dringenden ,Geschäfte‘ herhalten, da der Weg zur nächsten öffentlichen Toilette oder nach Hause zu weit für die Kleinen wäre". Die WPC schlägt daher vor, als Übergangslösung kurzfristig mobile Toiletten aufzustellen, auf lange Sicht aber an einer stationären Lösung zu arbeiten.

Die Kostenermittlung für Toiletten auf den drei Spielplätzen, die Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) am Donnerstag im Stadtrat präsentierte, klang allerdings einigermaßen ernüchternd. Nehme man sich die Toilette am Goldbergsee zum Vorbild, müssten für drei feste Spielplatz-Toiletten unterm Strich zwischen 150 000 und 250 000 Euro investiert werden, plus jährliche Betriebskosten von 120 000 Euro.

Sauerteigs Rechnung hielt Thomas Apfel (WPC) wiederum das Vorbild Untersiemau entgegen. Der ebenfalls sehr beliebte Wasserspielplatz der Gemeinde besitze bereits eine Toiletten-Anlage und - das hätten sowohl der Untersiemauer Bürgermeister als auch dessen Kämmerer bestätigt - der Unterhalt würde jährlich nur 2000 Euro kosten, je 1000 Euro für Personal und Verbrauchsmaterialien.

Er frage sich, woher diese hohe Differenz komme, sagte Apfel und regte an, die Stadt solle Kontakt mit der Gemeinde Untersiemau aufnehmen und nachfragen. Man müsse ja auch nicht gleich alle drei Spielplätze ausstatten, sondern jedes Jahr einen, so Apfels Vorschlag.

"Das ist ein Luxus, den wir nicht brauchen", kritisierte Stadträtin Bettina Lesch-Lasaridis (SPD). Sie sei fast täglich mit ihren Kindern im Hofgarten auf dem Spielplatz gewesen und habe keine Toilette vermisst. Sie befürchte sogar, dass ein WC an dieser Stelle früher oder später zur Kloake werde. "Da müssen Sie sie jeden Tag reinigen. Das leisten Sie nicht mit 2000 Euro."

Die Verwaltung erhielt den Auftrag, sich in Untersiemau zu erkundigen und in der nächsten Sitzung zu berichten. Vielleicht wird dann - wie Wolfgang Weiß (Grüne) anregte - erstmal ein Dixiklo aufgestellt, um zu sehen, wie es angenommen wird.