Einen solchen Anstieg der Corona-Infektionen innerhalb kürzester Zeit hat es im Landkreis Haßberge bisher nicht gegeben. Das Gesundheitsamt Haßberge meldete über das Wochenende 92 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und einen weiteren Todesfall. Gestorben mit der Virus-Infektion ist am Freitag ein 89-jähriger Mann, der an einer schweren Vorerkrankung litt. "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen", so der Landrat Wilhelm Schneider. Damit erhöht sich die Zahl der Verstorbenen im Zusammenhang mit der Infektion auf neun Personen, wie das Landratsamt am gestrigen Sonntag mitteilte.

Drei Kranke auf Intensivstation

Die Gesamtzahl der Personen, die im Landkreis positiv auf das Coronavirus getestet wurden, beläuft sich auf 852 (Stand: 22. November, 12 Uhr). 507 Bürger sind inzwischen wieder genesen. Demnach sind aktuell 336 Personen mit dem neuartigen Virus infiziert. Aktuell werden zehn Personen stationär im Krankenhaus behandelt, davon drei auf der Intensivstation. In häuslicher Isolation befinden sich 1569 Personen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aktuell bei 239,38 im Landkreis (Stand am Samstag, 21. November).

Das Ausbruchsgeschehen ist laut Landratsamt "weiterhin diffus". Bei den Neuinfektionen handelt es sich um Personen verschiedener Altersgruppen, verteilt auf den gesamten Landkreis. Sowohl Kinder als auch Jugendliche sowie Personen im mittleren Erwachsenenalter und Senioren wurden positiv getestet. Ein Großteil der neuen Infektionsfälle geht auf die Testung von Personen zurück, die sich bereits in Quarantäne befanden, weil sie direkt Kontakt zu einem Infizierten hatten. Dazu kommen Infektionen in Schulen und Kindergärten sowie Ansteckungen am Arbeitsplatz und im familiären Bereich.

Prioritäten im Gesundheitsamt

Das Arbeitsaufkommen im Gesundheitsamt Haßberge ist derzeit sehr hoch. Die Beschäftigten arbeiten mit allen Kräften an der Bewältigung der Corona-Pandemie. Dennoch kann es in manchen Bereichen weiterhin zu einer gewissen Verzögerung kommen. In der Bearbeitung werden deshalb gezwungenermaßen Prioritäten gesetzt. Um Verständnis dafür bitten die Behörden.

Das Besuchsverbot in den beiden Krankenhäusern Haßfurt und Ebern bleibt. Aufgrund der steigenden Inzidenzwerte hat der Krisenstab der Haßberg-Kliniken ein generelles Besuchsverbot beschlossen. Ausnahmen gelten nur für werdende Väter, die bei der Entbindung dabei sein dürfen, sowie für Schwerstkranke und Patienten am Lebensende. Hier sind Besuche nach einer Rücksprache mit dem zuständigen Arzt möglich. red