Nachdem im März das gesellschaftliche Leben auf nahezu Null heruntergefahren werden musste, kam auch das nachbarliche Miteinander selbst in Reitsch zum Erliegen. Innerhalb von wenigen Tagen reifte in Georg Kestel jedoch der Entschluss, durch seine Musik die Verbindung unter den Einwohnern von Reitsch aufrechtzuerhalten. So entstand die Idee der Terrassenkonzerte.

Kestel stellte die kleine Musikanlage der "Spirit Voices" auf die Terrasse und am Sonntag, pünktlich um 18.05 Uhr nach dem Läuten der Kirchenglocken begann er mit seiner Gitarre und seiner unvergleichlichen Stimme zu musizieren. Sein Repertoire reicht von Beatles, den Eagles über John Denver bis hin zu besinnlichen Liedern.

Über WhatsApp wurde die Bevölkerung von Reitsch eingeladen, vor der eigenen Haustür oder auf den Terrassen, in den eigenen Gärten der Musik zu lauschen. Auch am Straßenrand und auf der großen Wiese vor dem Grundstück der Familie Kestel standen im weiten und gebührenden Abstand die Zuhörer. Zum Abschluss des etwa einstündigen Konzertes sangen alle Nachbarn und die Anwesenden die Irischen Segenswünsche.

Das zu Herzen gehende Konzert und die Freude, dass sich die Nachbarn für diese Veranstaltung zusammenfinden, wenn auch nur mit großen Abstand, veranlassten Kestel, die Konzertreihe fortzusetzen.

13 Mal auf der Terrasse musiziert

Schnell war klar, dass es weiter beim Termin am Sonntagabend, 18.05 Uhr bleiben soll. Insgesamt 13 solcher Terrassenkonzerte mit über 100 unterschiedlichen Liedern waren es seit dem Start am 5. April. Nun ist erst einmal Pause. Ab dem dritten Konzert am 19. Mai stand dann auch ein großes Sparschwein auf dem Weg vor der Terrasse, um Spenden für Misereor aufzunehmen. Dies ist ein großes Anliegen der Chorleiter der "Spirit Voices" Georg Kestel und Andrea Hart, die ihn mit ihrem Gesang bei den Terrassenkonzerten begleitete. Insgesamt kam aus den Konzerten bisher der Betrag von 921,41 Euro zusammen, welcher in den nächsten Tagen an Misereor überwiesen wird.

"Spirit Voices" unterstützen seit vielen Jahren mit den Einnahmen aus ihren großen Chorkonzerten verschiedene Institutionen. So etwa Projekte von Misereor, 1000 Herzen für Kronach oder auch die Humanitäre Hilfe für Menschen in Not. Leider entfallen diese Konzerte in diesem Jahr aufgrund von Corona.

Georg Kestel hat versprochen auch ohne Corona zu musizieren. Vielleicht heißt es ja bald wieder: "Immer wieder Sonntags..." red