Mit vielen Aktionen beteiligten sich die Notbetreuungen der "Die Kita"-Kindertagesstätten am "Tag der gewaltfreien Erziehung" des Deutschen Kinderschutzbunds. So standen im Kindergarten Fölschnitz die eigenen Gefühle im Mittelpunkt. Die Mädchen und Jungen in der Notbetreuung gestalteten beispielsweise Anti-Stress-Bälle und Gefühle-Uhren. Auf verschiedenen Barfußpfaden brachten sie gute und schlechte Gefühle zum Ausdruck. Auch die Krippenkinder beteiligten sich. Höhepunkt waren jedoch die selbstbemalten "Helden-Shirts". Das Logo hatte eigens eine Mutter entworfen.

Bunte Mut-mach-Tüte

Die Kinder zu Hause können sich ihre bunte Mut-mach-Tüte vor dem Kindergarten abholen und ebenfalls eine Überraschung erleben.

Gewalt, gerade auch in der kindlichen Erziehung, hat viele Facetten: Neben Schlägen verletzen auch Demütigungen, Liebesentzug oder Herabsetzungen die Kinder dauerhaft. Es gibt sie überall, auch hier in Kulmbach. Aus diesem Grund beteiligten sich einige Notbetreuungen der "Die Kita" am "Tag der gewaltfreien Erziehung.

Der Johann-Eck-Kindergarten in Kulmbach machte daraus eine ganze Projektwoche. In vielen Gesprächen überlegten die Mitarbeitenden mit den Kindern erst einmal, was "Gewalt" bedeutet und wo und wann sie vorkommt. Schnell merkten die Mädchen und Jungen: Gewalt ist nicht immer gleich sichtbar und hat vor allem etwas mit Gefühlen zu tun. Mit Hilfe selbstgestalteter Bilder und Karten, Wutbällen und philosophischen Einheiten kamen sie so mancher Emotion auf die Spur.

Wie kann man starke Gefühle ohne Gewalt äußern? Ideen fanden sie dazu in Geschichten, Bilderbüchern, bei verschiedenen Sinneserfahrungen, Kinderyoga oder Legetischen mit verschiedenen Materialien. Am Ende der Woche bildete ein Kaspelthater einen krönenden Abschluss.

Obwohl das Recht auf gewaltfreie Erziehung eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist es erst seit 2006 im Bürgerlichen Gesetzbuches verankert. Dort heißt es in Paragraf 1631, Absatz 2: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig." Diese Norm gilt für Eltern und alle Personen, die das Kind pflegen, erziehen und beaufsichtigen.

Mediale Gewalt nimmt zu

Neben körperlicher und psychischer Gewalt bereitet zudem die wachsende mediale Gewalt von Cybermobbing dem Deutschen Kinderschutzbund Sorge. Er tritt dafür ein, die Ursachen von Gewalt zu bekämpfen und ausreichende Maßnahmen zur Vermeidung einzurichten.

Die Corona-Pandemie bringt jedoch viele Faktoren mit, die die Gefahr verstärken können. Räumliche Enge und Isolation, Kontaktbeschränkungen und oft finanzielle Sorgen belasten viele Familien. "Auch solche, die vorher unauffällig waren. Die Kinder spüren den großen Stress und sind häufig die Leidtragenden", weiß Elke Wuthe, Leiterin der "Die Kita" zu berichten.

Sie hat Verständnis für die Sorgen und Nöte vieler Familien in der Pandemie, ist jedoch auch besorgt, wie sich diese auf die Kinder auswirken. Sie rät daher Eltern bei Konflikten: "Sprechen Sie das Verhalten Ihres Kindes und Ihren eigenen Ärger darüber an - und das in direktem Kontakt und mit möglichst ruhiger Stimme." Wichtig sei dabei, dem Kind mit Respekt zu begegnen. Wenn möglich sollten Eltern sich auch selbst kleine Auszeiten schaffen und sich aber auch nicht schämen, Hilfe zu suchen und anzunehmen. red