Turbulente Monate liegen hinter der Bad Brückenauer Tafel. Daran erinnerte der Vorsitzende Hans-Jürgen Schelle auf der Jahreshauptversammlung des aktuell 93 Mitglieder zählenden Vereins.

Der Redner ließ noch einmal die intensive Suche nach neuen Räumlichkeiten, nachdem der Mietvertrag für das alte Domizil im ehemaligen Landratsamt durch den Verkauf der Immobilie gekündigt worden war, Revue passieren.

Von Pandemie voll erwischt

"Kurz nachdem wir Anfang März in der Dr.-Gartenhof-Straße 6 endlich eine neue Unterkunft gefunden hatten, wurden wir von der Corona-Pandemie voll erwischt", so Schelle. Ab Mitte März sei die Tafel komplett geschlossen worden, stattdessen gab es Lebensmittelgutscheine für die Bedürftigen. Am 6. Mai wurde die Verteilung der Waren im 14-tägigen Rhythmus wieder aufgenommen, seit 17. Juni erfolgt die Ausgabe nach Installation diverser Hygiene-Schutzmaßnahmen erneut regelmäßig jede Woche.

Unermüdlicher Einsatz

Ohne den unermüdlichen Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer und ohne die Spendenbereitschaft der Bevölkerung hätte der Verein weder den problemlosen Umzug noch die durch Corona bedingten Schwierigkeiten meistern können, machte der Vorsitzende deutlich.

Sein Dank galt rückblickend auf das vergangene Jahr auch dem örtlichen Handel für die Unterstützung bei einigen Aktionen, der Rhönallianz für eine finanzielle Förderung und Pfarrer Gerd Kirchner, der das evangelische Gemeindehaus für diverse Zusammenkünfte zur Verfügung gestellt hatte.

Einige interessante Zahlen aus dem Jahr 2019 nannte der 2. Vorsitzende Klaus Hartmann in seinem Bericht. Mit den 88 ausgestellten Berechtigungsscheinen seien insgesamt 186 Personen versorgt worden.

60 Abholer im Durchschnitt

Im Schnitt hätten die Verantwortlichen bei den Ausgaben 60 Abholer gezählt. Nach einer turnusmäßigen Überprüfung der Tafelkunden im Juni und Juli 2020 wurden bis jetzt aktuell 65 Berechtigungsscheine ausgegeben.

Allein von Großspendern seien 12 000 Kilogramm an Waren zur Verfügung gestellt worden. 72 Helfer, darunter 18 Fahrer, haben sich in rund 7000 Arbeitsstunden um einen reibungslosen Ablauf gekümmert. 10 723 Kilometer an Fahrleistung wurden 2019 zurückgelegt, wobei auf den Sprinter 7538 Kilometer und auf das zweite Fahrzeug, das inzwischen verkauft ist, 3185 Kilometer entfielen.

Einweihung steht noch aus

Auch wenn sich die Tafel in ihren neuen Räumlichkeiten schon gut eingelebt hat, steht die offizielle Einweihung des Domizils noch aus. Eine kleine Feierstunde, so Schelle, wird voraussichtlich Mitte September oder zum Erntedankfest stattfinden. Der genaue Termin soll in Kürze intern besprochen und anschließend veröffentlicht werden.