Der Gemüsegarten ist vom Frühling bis in den Herbst hinein ihr Leben. Auf etwa 160 Quadratmetern Fläche mit einem etwa 30 Quadratmeter großen Gewächshaus, einem halboffenen Tomatenhaus und einem Hochbeet schaffen Peter und Helga Janson einen Selbstversorgungsgrad von etwa 40 bis 45 Prozent.

Aber das ist nur einer der Gründe, warum sie zusammen ihren Gemüsegarten liebevoll pflegen und nicht mehr missen möchten, auch wenn er natürlich Arbeit macht. Er ist, wenn man es mit einem aktuellen Begriff ausdrücken möchte, wirklich "systemrelevant" für ihr Leben. Ohne das aktive Gemüsegärtnern von der zeitigen Aussaat im Jahr bis zur späten Ernte würden sie sich nicht wirklich wohlfühlen. "Unser Gemüsegarten hält uns fit und beweglich. Es gibt immer etwas zu tun und man sieht täglich, was alles so heranwächst. Das macht Freude", schwärmt Helga Janson, die vor allem für die Aussaaten, das Pflanzen und die Gemüseverwertung zuständig ist.

Peter Janson, ehemaliger Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins und aktuelles Beiratsmitglied des Kreisverbandes, sieht sich eher als Vorarbeiter. Wie man es auch immer sehen mag, die beiden Gemüseenthusiasten bilden ein sehr harmonisches Team, das beneidenswerte Gemüseernten am laufenden Band liefert. Sage und schreibe 80 Tomatenpflanzen in 14 Sorten wurden im vergangenen Jahr vom winzigen Samenkorn bis zu reich tragenden, stolzen Gemüsepflanzen herangezogen. Was man nicht täglich verwertet, wird auf Vorrat püriert oder als ganze Frucht eingeweckt.

Vom letztjährigen Vorrat ist jetzt alles fast aufgebraucht - Selbstversorgung par excellence. Ein Teil der Früchte wird auch zur Samengewinnung für das nächste Jahr verwendet und fachmännisch gelagert. Angebaut werden nur samenfeste Sorten und keine sogenannten F1-Hybriden, die in der nächsten Tochtergeneration in sehr unterschiedliche Nachkommen aufspalten und für eine Samengewinnung nicht mehr taugen. Im Freiland haben die Jansons zum Beispiel gute Erfahrungen mit der robusten Baumtomate gemacht. Im Gewächshaus komplementieren Paprikas, Auberginen und seit diesem Jahr auch Birnenmelonen (Pepinos) die Kulturpalette. Im Freiland ergänzen Salat, Radieschen, Kohlrabi, Lauch, Zucchini, Stangenbohnen, Fenchel, Spitzkohl, Essiggurken, Topinambur, Kartoffeln, Kürbisse und Rhabarber die reichhalte Gemüsepalette.

Natürlich fehlen auch Rote Beete und Karotten nicht. Helga Janson hat gute Erfahrungen damit gemacht, sie den Winter über in der Erde zu lassen und dann fortlaufend frisch zu ernten, solange es die Witterung zulässt. Karotten und Zwiebeln werden in Mischkultur angebaut.

Natürlich hat auch ihr Gemüseparadies mit dem Klimawandel zu kämpfen. Damit Spätfröste nicht alle Anzuchtarbeiten zunichte machen, pflanzen die Jansons im Freiland lieber etwas später nach den Eisheiligen als zu früh. Um die Wasserrechnung in trockenen Sommern nicht allzu stark zu strapazieren, wurde im Zuge eines kürzlich erfolgten Anbaus eine acht mal drei Meter große Regenzisterne in der Erde versenkt, die von den Dachflächen gespeist wird. Das letzte Gemüsejahr empfanden sie als merklich schlechter als sonst. Schnelles Schossen durch starke Temperaturschwankungen war ihrer Meinung nach schon deutlich markanter als in vergangenen Jahren.

Wie sehen die Kinder und Enkelkinder die Sache mit dem Gemüseanbau? "Die kaufen gerne und regelmäßig kostenlos bei uns ein", so Peter und Helga Janson mit einem breiten Schmunzeln. Neuen Gemüsegärtnern rät Peter Janson, zunächst klein anzufangen und einfach das anzubauen, was man gerne isst. Der Rest komme dann automatisch, wenn man Freude daran gefunden hat. Und: "In Zeiten von Corona hat man eh mehr Zeit als sonst", so Janson. TN