Die schockierenden Bilder nach der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind noch gut im Gedächtnis. Verheerend, was zum Teil kleine Flüsschen angerichtet haben, die durch Starkregen zu reißenden Strömen angeschwollen sind.

Auch in Coburg ist Hochwasser und Starkregen seit Jahrzehnten ein Thema. Mit Lauter, Itz, Rottenbach und Röden fließen von Norden her mehrere Gewässer Richtung und durch Coburg. Durch die vielen, bereits umgesetzten Schutzmaßnahmen wie die Hochwasserrückhaltebecken Goldbergsee und Schönstädtspeicher bräuchten sich die Coburger aber keine Sorgen machen, dass es zu Überflutungen durch die Flüsse komme, sagte der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kronach, Hans-Joachim Rost, bei einem Gespräch.

Coburg stehe gut da, bestätigte auch der Leiter der Stadtplanung, Karl Baier. Allerdings gebe es im Stadtgebiet noch einige Stellen, wo sich bei Starkregen durch sogenannte "Sturzfluten" schnell Wasser sammle, das erhebliche Schäden anrichten könne. So lagen bei einem heftigen Regenschauer 2013 zum Beispiel Teile der B 4 im Weichengereuth und in der Hahnwiese (Creidlitz) unter Wasser und auch vom Rande des Hofgartens, im Bereich Weinstraße, Probstgrund und Leopoldstraße, wurden erhebliche Schäden gemeldet.

100 Kilometer Fließgewässer

Um solche "Schwachstellen" aufdecken und entschärfen zu können, lässt die Stadt Coburg derzeit ein "Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Management" erstellen. Der Freistaat hatte die Kommunen schon 2016 dazu aufgefordert, solche Pläne auflegen zu lassen. Rund 100 Kilometer Fließgewässer auf einem Areal von 90 Quadratkilometern sollen dabei genau unter die Lupe genommen werden. "Wir schauen, wo Gefahren liegen, wie das Wasser abfließt, wo Durchlässe liegen, wo wir noch bauen können, ohne Gefahr zu laufen, überflutet zu werden", erläuterte Baier. Alles werde erfasst - und ganz wichtig - mit den Coburgern besprochen. "Wir legen großen Wert auf Bürgerbeteiligung", betonte der Leiter der Stadtplanung.

Die Ausschreibung sei bereits erfolgt, Angebote lägen vor. In diesem Herbst sollen die ersten Aufträge vergeben werden. Ende 2022 soll das Konzept stehen.

Auch in Sachen Hochwasserschutz sind noch weitere Maßnahmen geplant. Hohe Priorität hat der Ausbau der Itz auf der Strecke von der Heilig-Kreuz-Brücke bis zum Dammweg.

Wenn die beiden Rückhaltebecken Rottenbach und Röden nördlich von Neustadt fertiggestellt sind, dann sei auch Neustadt gegen Hochwasser geschützt, sagte Rost.