Gleich ein dreifaches Jubiläum feierten Kirche und Diakonie: 500 Jahre Reformation, 300 Jahre Selbstständigkeit der Kirchengemeinde Streitberg und 60 Jahre Seniorenzentrum "Martin Luther".
Eingebunden in den Festtag war auch das evangelische "Haus für Kinder". Für den musikalischen Rahmen der Feierlichkeiten sorgten der "Michaelischor" und der Posaunenchor unter der Leitung von Gerhard Forkel und Dietmar Zimmermann.


"Einmalige soziale Leiste"

In einem Gottesdienst in der Dreieinigkeitskirche wurde Gemeindepfarrerin Ulrike Werner von den Jungen und Mädchen des Kindergartens unterstützt, die "Guten Morgen, lieber Gott" sangen. Die Pfarrerin erinnerte an das Jahr 1717, als Streitberg eine eigene Pfarrei wurde. Man müsse dankbar sein, was geleistet und geschaffen wurde. Heute gebe es "eine einmalige soziale Meile" vom Kindergarten über das Seniorenwohnheim bis zum Pfarrhaus - und mittendrin die Kirche.
"Für was ist die Kirche gut? Für viele sicherlich, damit sie wissen, was die Zeit geschlagen hat. Ich lade Sie jedoch ein, auch in den Innenraum zum Gottesdienst zu kommen, um die Kraft für das Leben zu schöpfen", sagte die Pfarrerin.
Dekan Günther Werner überbrachte die Glückwünsche des evangelischen Dekanats. Reformation, so seine Feststellung, habe drei Phasen: eine theologische, eine politische und eine kirchlich-politische. Man müsse die Reformation messen an den Fragen der Zeit.


"Ein Zuhause bieten"

"Wir wollen unseren Bewohnern ein Zuhause bieten", so die Leiterin des Seniorenzentrums, Alexandra Dauer. "Hierbei begegnen wir ihnen mit Wertschätzung, Respekt und Verständnis und gehen auf ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche ein. Wir ermöglichen den Bewohnern die Begegnung mit anderen Menschen, das gemeinsame Erleben von schönen Momenten."
Wolfgang Streit, langjähriger Hausleiter in Streitberg und jetzt zuständig für die Altenhilfe beim Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim, sagte, dass sich die Diakonie bemühe, für einen gerechten Ausgleich in der Gesellschaft zu sorgen.
Beim anschließenden Festakt im Bürgerhaus ließ Alexandra Dauer noch einmal die Geschichte der Streitberger Pflegestätte Revue passieren. So entstand die Einrichtung am Streitberger Berg vor 60 Jahren als Altersheim der Inneren Mission in dem Gebäude einer ehemaligen Molkenkuranstalt. Zwischen 1976 und 1978 erfolgte ein Neubau. In den Jahren 2002 bis 2004 wurde das Gebäude erneut an die veränderten Bedürfnisse der Senioren angepasst.
Die Leiterin freue sich, dass das Haus "Martin Luther " längst ein Teil des Ortes Streitberg geworden ist.
Der Wiesenttaler Bürgermeister Helmut Taut bestätigte diese Einschätzung: "Beim Altwerden ist das Haus ,Martin Luther' eine echte Alternative."