Die Gemeinde Stettfeld gleicht seit Jahren einer Großbaustelle und hat sich mit dem kompletten Ausbau der Ortsdurchfahrt eine neue Visitenkarte geschaffen. In den Seitenstraßen geht es derzeit munter weiter, so dass die Mitglieder des gemeindlichen Bauausschusses immer wieder "auf Tour" gehen, um sich vom Baufortschritt zu überzeugen, neue Überlegungen zu diskutieren oder die Wünsche von Bürgern zu erörtern.

Die Ortserneuerung wird derzeit in der Siedlungsstraße und Schulstraße fortgeführt. Dabei geht es um die Auswechslung von Kanälen und die Erneuerung der Trinkwasserleitungen, aber auch um den Anschluss von privaten Zufahrten. Dabei wird von Anliegern gerne das Wort "alter Besitzstand" in den Mund genommen, während die Gemeinde auf rechtliche Klarheit und die Beseitigung von alten Mängeln und Lasten hinweisen muss.

Als kritischer Zustand erwies sich bei manchen Gesprächen in der jüngsten Sitzung das Ableiten von Niederschlagswasser vom eigenen Grundstück auf den öffentlichen Straßenbereich, was im Winter zu Glatteis und gefährlichen Verkehrssituationen führen kann. Die Bürger müssen deswegen dazu angehalten werden, alles dafür zu tun, um das Wasser auf dem eigenen Grundstück geregelt in die öffentlichen Abwasserleitungen zu bringen. Wie Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) betonte, bietet die Gemeinde ihre Mithilfe an. Dennoch gebe es Problemen und Verzögerungen beim Ausbau, bedauerte er.

Gedanken machte sich der Bauausschuss in der Schulstraße, ob die Gemeinde beim gegenwärtigen Ausbau nicht im Anschluss an das Feuerwehrhaus noch fünf Parkplätze schaffen sollte, die bei Einsätzen der Feuerwehr für die Privatautos der FFW-Leute zur Verfügung stehen würden oder auch bei Veranstaltungen der Feuerwehr von Nutzen wären. Einige Räte wollten lieber abwarten, was überhaupt einmal mit der alten Schule und der Fläche geschehen soll. Dort findet aktuell kein Unterricht statt. Die Parkplatzfrage soll in der nächsten Ratssitzung abgeklärt werden.

Im Rudendorfer Weg steht aus abrechnungstechnischen Gründen vielleicht noch zusätzlicher Straßenausbau an, um in den Genuss der derzeit guten Förderung zu kommen. Dabei geht es möglicherweise um Gesamtkosten von 230 000 Euro.

In der Kläranlage ging es um die Frage, ob die Gemeinde den Klärschlamm zur weiteren Trocknung nach Hofheim bringen soll. "Nur wenn wir unseren Klärschlamm mit einer Trocknung von 60 Prozent dort abliefern können, werden wir uns einem dortigen Zweckverband anschließen", meinte Bürgermeister Alfons Hartlieb. Bis zu 300 Kubikmeter könne man in Stettfeld im Schlammspeicher bunkern.

Gemeindearbeiter Viering erläuterte den Zustand der Kläranlage und betonte: "Wenn wir mit den Baumaßnahmen im Ort fertig sind, brauchen wir neue Rechen und auch bei den Verdichtern müssen wir etwas machen." Die Kläranlage ging 2003 in Betrieb und das Rührwerk hat schon unzählige Betriebsstunden. Deswegen müsse man sich hier auf größere Beträge einstellen, erklärte Viering.

Dann führte die Fahrt über den Leppelsdorfer und den Rudendorfer Weg in den Gemeindewald, wo dringend im Wegebau, aber auch an den Gräben etwas gemacht werden müsste. Bürgermeister Alfons Hartlieb betonte, dass man in den letzten zehn Jahren nur Fräsgut aufgebracht, aber kaum größere Arbeiten an Durchlässen oder Gräben ausgeführt habe. Dies sei aber dringend notwendig, denn das gehöre einfach zu einer ordentlichen Waldbewirtschaftung. Ebenso müsse das Lichtraumprofil ausgeschnitten werden, das sich positiv auf den Wegeunterhalt auswirke. Dabei wurden laut Hartlieb Kosten von 10 000 bis 17 000 Euro im Jahr angesetzt.

Schließlich ging es noch um Verrohrungen im Bereich des Sportgeländes des SC Stettfeld. Hier soll eine große Rohrleitung, die Niederschlags- und Oberflächenwasser aus Wald und Flur transportiert, überprüft werden. Ebenso soll in Zusammenarbeit mit dem SC Stettfeld eine kleine Brücke erneuert werden.