Zur letzten Sitzung des Jahres traf sich der Gemeinderat Rauhenebrach erneut in der Aula der Schule in Untersteinbach. Wenn man die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen, die alle Kommunen getroffen haben, beiseite lässt, dann falle die Rauhenebracher Jahresbilanz nicht schlecht aus, erklärte Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW).

Gerne wird in Rauhenebrach gebaut. Auch in der Sitzung am Dienstagabend waren Bauanträge zu behandeln. Unter anderem wird die Großgemeinde durch einen Wohnhausbau eine Praxis für Ergotherapie gewinnen.

Grundsätzlich sind Bauplätze in der Steigerwald-Gemeinde begehrt. Bürgermeister Bäuerlein informierte die Ratsmitglieder, dass in der neuen Siedlung "Am Breiten Rain" in Untersteinbach kaum noch Plätze frei verfügbar sind; die meisten seien verkauft oder reserviert. Eine Reservierung stehe allerdings dann zur Disposition, wenn sich jemand mit Kaufinteresse im Rathaus meldet - dann müsse der Reservierer Farbe bekennen und entweder kaufen oder der Platz werde freigegeben, erklärte der Bürgermeister.

Auch in Prölsdorf im Baugebiet "Mühlleite II" gehen die Plätze zu Ende. Vorgesehen ist hier zwar eine mögliche Erweiterung, die Topographie im anschließenden Gelände ist aber nicht unproblematisch. Deshalb beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag des Bürgermeisters, das Planungsbüro, das den bestehenden Bebauungsplan erstellt hat, auch mit der Fortentwicklung zu beauftragen.

Wenn es um Co-Finanzierungen geht, ist es immer hilfreich, wenn sich der Gemeinderat auf einen Grundsatzbeschluss stützen kann. Für den Kauf von gebrauchten Feuerwehr-Fahrzeugen für die kleineren Wehren in der Gemeinde hat der Haupt- und Finanzausschuss ein Modell für einen solchen Grundsatzbeschluss erarbeitet. Er sieht vor, dass die Gemeinde bis zu einem Anschaffungspreis von 15 000 Euro 80 Prozent der Kosten übernimmt, und 20 Prozent sollten die Feuerwehrvereine tragen. Diesen Vorschlag nahm der Gemeinderat einstimmig an.

Im Laufe der Diskussion wurde betont, dass es der Gemeinde wichtig sei, auch die vielen kleinen Wehren zu erhalten und ihnen auch ein Fahrzeug zu ermöglichen.

Während die Breitbanderschließung in Rauhenebrach auf einem sehr guten Stand ist, kämpfen einige Orte noch mit schwierigem Handy-Empfang. Der Sendemast zwischen Karbach und Fabrikschleichach werde ab Januar 2021 errichtet, kündigte Matthias Bäuerlein an. Eine bessere Versorgung für die Orte Geusfeld und Wustviel werde wohl noch etwas auf sich warten lassen. Seit März habe er immer wieder beim Anbieter nachgehakt, doch sei erst seit einigen Wochen wieder etwas Bewegung in das Vorhaben gekommen, sagte Bäuerlein.

Trotzdem sei doch einiges gelungen, erklärte er in seinem Rückblick. Zunächst bedankte er sich für die angenehme Zusammenarbeit im seit der Kommunalwahl neu zusammengesetzten Gemeinderat, auch wenn die Sitzungen und die Diskussionen mit Abstand und Masken ganz anders laufen als bisher gewohnt. Kaum waren die Kinder wieder in den generalsanierten Kindergarten in Untersteinbach eingezogen, kam der erste Lockdown im Frühjahr. Die Zeit um Ostern nutzten der Bauhof und eine Fachfima, um die Turnhalle der Schule zu sanieren.

Das Wanderwegekonzept ist weiter ausgebaut worden, beispielsweise mit dem Drei-Wälder-Weg. Der Glasfaserausbau ist weit fortgeschritten. Die Schule und die Aussiedlerhöfe haben jetzt Glasfaser direkt ins Haus. In Falsbrunn sei man sehr weit, und Obersteinbach werde 2021 fertig, so Bäuerlein

Die größte Baustelle des Jahres waren Kanal- und Wasserleitungsbau in der Obersteinbacher Straße in Untersteinbach, wo im Frühjahr dann der Landkreis noch die Fahrbahn erneuert. 95 000 Euro investierte die Gemeinde, um die gesamte Straßenbeleuchtung auf LED umzustellen und damit in der Zukunft deutlich Strom zu sparen. In Prölsdorf entstand in Gemeinschaftsleistung von Bauhof und engagierten Bürgern ein neuer Spielplatz, und außerdem wurden laut Bäuerlein viele Kleinigkeiten erledigt, die oft erst auf den zweiten Blick auffallen. sw