Karl-Heinz Hofmann

Kronach —  Die Stadtwerke Kronach (ein Eigenbetrieb der Stadt Kronach) befinden sich in der Umstrukturierung. Ab 1. Januar 2021 wurde der kommunale Bauhof wieder der Stadtverwaltung als Abteilung A 6 angegliedert und die Friedhofsverwaltung wird der Abteilung A 3 zugeordnet.

Bürgermeisterin Angela Hofmann begründet das mit dem sehr großen Spektrum an Aufgaben, die sowohl die Stadtwerke als auch der Bauhof zu bewältigen haben. Deshalb wurde mit Stadtratsbeschluss und Satzungsänderung im Sommer 2020, der Bauhof ab 2021 als Technischer Dienst der Stadtverwaltung zugeordnet und wird dann vom jetzigen Bauhofleiter Marco Deuerling geleitet. Dazu die Rathauschefin: "Da der Stadtrat großen Wert auf Service und Dienstleistung und ein sauberes, geordnetes Stadtbild legt, wollen wir die Auszubildenden und Saisonarbeitskräfte ab 2021 in ein festes Arbeitsverhältnis übernehmen. Die Friedhöfe werden der Abteilung 3 Einwohnermeldeamt/Standesamt von Harald Suffa-Blinzler zugeordnet. Das bedeutet, die Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung wechselt von den Stadtwerken zur Abteilung 3 und die Arbeiter wechseln zu den ,Technischen Diensten' der Abteilung 6. Das hat den Vorteil, dass die Leitung hierfür beim Bauhof und in den Händen dessen Leiters, Marco Deuerling, liegt. Er kann bei größerer Arbeitsbelastung die Arbeit effektiver verteilen."

Durch die neue Zuordnung des Bauhofes können sich die Stadtwerke mit voller Kraft auf die Hauptaufgaben der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung, den Betrieb und geplanten Neubau des Erlebnisbades Crana Mare, das Parkdeck, und die Ingenieurbauwerke (Straßenneubauten, Brückenbauwerke usw.) im Stadtgebiet konzentrieren. Dazu kommt noch, den Ausbau von erneuerbaren Energien an städtischen Einrichtungen und Gebäuden zu forcieren, informiert Bürgermeisterin Angela Hofmann.

Dies ist Anlass, die Abteilungen beziehungsweise zunächst den Eigenbetrieb Stadtwerke, etwas genauer vorzustellen. Werkleiter der Stadtwerke Kronach ist seit 1. Dezember 2018 Jochen Löffler. Der 55-jährige Diplom-Ingenieur sieht die Stadtwerke als Eigenbetrieb der Stadt Kronach und als modernes Dienstleistungsunternehmen, das mit seinen rund 80 fest angestellten Mitarbeitern (davon 37 im Bauhof), die Bürger rund um die Uhr gut versorgt. Die Umstrukturierung hat zur Folge, dass sich der Eigenbetrieb Stadtwerke effizienter um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung kümmern kann. An erster Stelle stehen dabei für den Werkleiter die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung. Seit 1902 wird der Wasserbedarf der Stadt voll durch Eigengewinnung aus sieben Tiefbrunnen sichergestellt. Aus den Tiefbrunnen (Standorte in Hammermühle, Rußmühle, Fröschbrunn, Roter Felsen, Krugsberg, Friesen und Dobersgrund) werden jährlich circa 1 bis 1,1 Millionen Kubikmeter an Rohwasser gefördert. Lediglich die Stadtteile Fischbach, Höfles und Vogtendorf werden über den Zweckverband Rodacher Gruppe versorgt.

Um den Wasserverbrauch für die Bürger sicherzustellen, werden im Stadtgebiet sieben Hochbehälter (Standorte in Kronach- Kreuberg, Kronach-Festung, Friesen, Neuses, Gehülz, Glosberg, Ziegelerden) mit circa 4440 Kubikmeter Wasser für den täglichen Gebrauch vorgehalten. Die Speisung der Hochbehälter erfolgt aus den bis zu 120 Meter tiefen Brunnen beziehungsweise nach Aufbereitung des Rohwassers in der zentralen Trinkwasseraufbereitungsanlage Haßlachtal (TWA) von dort.

Circa 50 Prozent des gesamten Wasserbedarfs im Versorgungsgebiet läuft über die TWA Haßlachtal, so der Werkleiter. Das hier aufbereitete Wasser wird in den Hochbehälter Kreuzberg gefördert und versorgt vornehmlich die Kernstadt Kronach. Die weiteren Anlagen zur Rohwasseraufbereitung sind direkt an den Tiefbrunnen angeordnet. Für die Wasserverteilung wird ein unterirdisches Rohrleitungsnetz mit rund 150 Kilometern Hauptleitungen und 45 Kilometern Zuleitungen nötig, das permanent betreut und gewartet werden muss. Dafür sorgen ein Wassermeister, acht Fachkräfte und zwei Auszubildende (plus anteilig Personal der Verwaltung). Die Stadt Kronach erzielt derzeit einen Preis von 2,30 Euro per Kubikmeter Wasser plus sieben Prozent Mehrwertsteuer. Daraus resultiert ein Umsatzerlös von jährlich circa zwei bis 2,3 Millionen Euro. Dem wiederum ein Aufwand von circa zwei bis 2,2 Millionen Euro gegenübersteht.