Die Sanierung der Grundschule Heubischer Straße läuft. Nun beschäftigte den Stadtrat die Frage, ob dabei die Frage einer Belüftung zukunftsfähig behandelt wird - oder ob nicht im Zuge der Sanierung gleich an den Einbau von Lüftungsanlagen zu denken sei.

Eine Rückfrage bei der baufachlichen Beratung der Regierung von Oberfranken ergab, dass bis jetzt in 80 Prozent der Schulgebäude im Sanierungsfall keine Lüftungsgeräte eingebaut wurden. Lediglich dort, wo Raumgrößen nicht ausreichen oder die Fenster nicht geöffnet werden können, wurden Lüftungsgeräte verbaut.

Fensterlüftung war vorgesehen

Im bisherigen Planungskonzept für die Schule an der Heubischer Straße war Fensterlüftung in Zusammenhang mit CO2CO2-Ampeln vorgesehen. Das war mit den Fördergebern und der Schulleitung abgestimmt.

Wenn solche sogenannten Raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) meist nicht verbaut werden, dann spielen die Kosten eine Rolle. Neben Anschaffung und Einbau geht es dabei auch um die laufende Bedienung und Wartung.

Aufgrund der Pandemiesituation und der damit verbundenen Sensibilisierung in Richtung Raumluftqualität wurde daher in der für den Bau zuständigen Steuerungsgruppe der Einbau solcher Anlagen thematisiert. Die Frage, die den Stadtrat nun beschäftigen musste, war die, ob durch vorbereitende bauliche Maßnahmen die Möglichkeit für den Einbau solcher Geräte geschaffen werden soll. Entsprechend galt es die Planung dafür und die Vergabe der Arbeiten rasch auf den Weg zu bringen, um den Gesamtfortgang der Arbeiten nicht zu verzögern.

Matthias Dietz (CSU) gab zu bedenken, dass mit Kosten in der Größenordnung eines Einfamilienhauses für den Fall einer Pandemie vorgesorgt werden soll, der vielleicht alle 100 Jahre eintritt.

Wolfgang Rebhan (CSU) ergänzte, dass eine andere Pandemie womöglich durch Luftreinigungsgeräte gar nicht gebremst werden kann. Dem pflichtete auch Dr. Georg Eckstein (CSU) bei, der aus medizinischer Sicht keine Notwendigkeit für solche Anlagen erkennen konnte.

Michael Weyh (FW) sprach sich dafür aus, lieber jetzt die Vorbereitungen zu finanzieren, als später alles wieder aufzureißen, um doch solche Anlagen einbauen zu können.

Wolfram Salzer (SPD) meinte, dass solche Anlagen - sollten sie eines Tages Pflicht werden - dann auch entsprechend gefördert würden. Für die Stadt könnten die Kosten dann niedriger sein, als mit jetzt bereits vorbereitenden Arbeiten.

Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) sagte: "Keiner weiß, wie es mit der Pandemie weitergeht oder ob neue kommen." Gerade Kinder gelten als Gruppe, die noch lange nicht geschützt werden kann, das habe auch Bundeskanzlerin Angela Merkel festgestellt.

Gegner brachten die Lautstärke der Geräte im Betrieb ins Spiel und den Stromverbrauch von 22 solcher Anlagen für alle Klassenräume.

Befürworte betonten, dass es schließlich um die Sicherheit von Kindern gehe und dass ja zunächst nicht Anschaffung und Betrieb der Anlagen das Ziel seien, sondern nur die - wenn auch kostspieligen - vorbereitenden Arbeiten.

Gegen sieben Stimmen wurde beschlossen, Planung und Vorbereitungen für den Einbau der Lüftungsgeräte weiter voranzutreiben. rlu