Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge — Im Grunde hatten es alle geahnt, aber so recht wahrhaben wollte man es nicht. Mit der Absage der Münchener Wiesn vor knapp einer Woche hat es den Archetyp erwischt, jetzt rafft die Pandemie auch die mittelgroßen und kleineren Veranstaltungshöhepunkte im Freistaat dahin.

So stehen den feierfreudigen Menschen im Landkreis Haßberge triste Monate bevor. Keine Weinfeste in Sand und Zeil, keine Biertage in Eltmann, kein Riesenrad und kein Pfingstfest in Königsberg. Die Open-Air-Bühnen in Eyrichshof, Oberschwappach und Königsberg werden nicht aufgestellt, und die Rosenpracht in der Regiomontanusstadt wird in diesem Jahr keinen Massen-Messe-Auflauf erleben. Corona-Aus.

"Wir als Veranstalter sind natürlich enttäuscht, müssen uns aber den gegebenen Umständen anpassen", sagen die Organisatoren des Sander Altmainweinfestes. Roland Mahr als einer der Hauptverantwortlichen denkt dabei vor allem an die Einnahmen-Ausfälle für all die Vereine und Lieferanten im Hintergrund. Die Ausrichter der stornierten Feste appellieren an die Bevölkerung, die regionalen Hersteller und Geschäftsleute kräftig zu unterstützen, um die finanziellen Einbußen zumindest etwas abzufedern..

Beschluss macht's amtlich

Mit einer ganzen Litanei von Absagen hat sich Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann zum Wochenende an die Presse gewendet. Das Altstadtfest, das die Stadt eigentlich zum "40-Jährigen" mit einigen Neuerungen aufpeppen wollte, fällt den Bestimmungen aus München zum Opfer. Abgesagt! Das habe der Hauptausschuss des Stadtrates jetzt besiegelt.

Auch der Mittelaltermark im Juni ist storniert; die Stadt feiert das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Strass im Zillertal nicht und das Blasorchester kann sein Festwochenende zum 40-jährigen Vereinsbestehen nicht ausrichten. Auch das Familienfest zum 50. Jubiläum des städtischen Schwimmbads fällt ins Wasser. Ohnedies geht laut Hennemann vermutlich die gesamte Freibadsaison baden: "Voraussichtlich muss diese Saison ausfallen. Bisher und weiter ist es uns nicht erlaubt zu öffnen." Da Abstandsregeln einzuhalten sind, sei, so Hennemann, fraglich, "ob sich dann der Aufwand vom Zeitraum her und für die Personenzahl, die es nutzen darf, lohnt."

Noch ist nicht alles verloren, denn bisherige Verbote in Bund und Ländern betreffen Großveranstaltungen zunächst bis einschließlich 31. August. So besteht für das Straßenfest in Haßfurt, das im Oktober angesetzt ist, noch eine vage Hoffnung. Eine Entscheidung, ob es weiterhin im Kalender stehen soll, werde in den nächsten Tagen fallen, sagt dazu Bürgermeister Günther Werner: "Wir wollen erst noch die neuesten Entwicklungen abwarten."