"Mitmachen, mitdenken, mitentscheiden war und ist Ludwig Melzers Maxime" - das hatte Altbürgermeister Erhard Hildner dem verdienten Wartenfelser anlässlich seines 80. Geburtstags attestiert. Das hat sich bis heute, vier Jahre später, nicht geändert.

Zwar ist Melzer nicht mehr wie früher an vorderster Front aktiv. Aber es fällt ihm immer wieder etwas ein und auf, wo er sich nützlich machen kann. "Grad noch auf Ostern" ist nun seine jüngste Arbeit fertig geworden, "obwohl es eine Heidenarbeit war", wie er sagt.

Nun steht das Wegekreuz zwischen Kunreuth und Reichenbach aber wieder in seinem vollen Glanz da. Es ist nicht das einzige, um das sich Ludwig Melzer kümmert - "sonst tut es halt keiner".

Immer wieder sei er daran vorbeigefahren, berichtet er, und habe sich gedacht, dass man das Wegekreuz doch nicht einfach weiter verkommen lassen kann. Der Steinsockel ist bereits stark verwittert, eine Tafel darauf bereits verschwunden. Nur noch eine Halterung ist vorhanden. Da konnte Melzer erst einmal nichts machen, außer den Dreck und das Moos zu entfernen.

Weshalb und wann das Kreuz einmal neben der jetzigen Kreisstraße aufgestellt wurde, weiß niemand, berichtet Melzer. Auch nicht Elmar Hildner, auf dessen Ackergrund es steht. Den habe er nämlich gefragt, ob er das Kruzifix nicht herrichten dürfe.

Das geschmiedete Kruzifix war ziemlich angerostet, berichtet Melzer. So musste er sich erst einmal einige Stunden daran machen, den Rost zu entfernen. Vor allem in den Vertiefungen sei das eine ziemliche Kratzerei gewesen, um auch alle Kanten und Ecken sauber zu bekommen. "Das Streichen war schließlich die wenigste Arbeit", erzählt der 84-Jährige. Nun ist er aber zufrieden und freut sich, wenn er wieder daran vorbeifährt.

Im Turnus von zwei bis drei Jahren renoviert Melzer insgesamt sieben Flur- und Wegkreuze, und das seit fast 30 Jahren. Als nächstes wird wohl das Fünf-Wunden-Kreuz in Wartenfels an der Reihe sein, und dann das Eisentor zum Friedhof. "Man kann doch auch mit 84 Jahren nicht bloß daheim herumsitzen und auf irgendetwas warten", erklärt er sein Engagement in der Gemeinde.

"Bewegung ist wichtig"

"Es ist doch gut, wenn einem sonst nichts fehlt; und dafür ist Bewegung nun mal ganz wichtig", fügt er noch an. In so gut wie allen Wartenfelser Vereinen war und ist Ludwig Melzer dabei, war auch 30 Jahre Gemeinderat und in der katholischen Pfarrei 26 Jahre Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Zudem war er 45 Jahre lang Wallfahrtsführer nach Marienweiher.

Für sein breit aufgestelltes ehrenamtliches Engagement bekam er 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. "Doch darauf kann man sich nicht ausruhen," meint der Wartenfelser, "denn, dem Herrgott sei Dank, ich bin noch gesund und fit".