Christian Licha Als einziger Punkt im öffentlichen Teil der Sitzung des Finanz- und Hauptausschusses der Stadt Haßfurt war am Donnerstag der Antrag des TSV Prappach auf Gewährung eines Sonderzuschusses für die Beseitigung von Schäden an der vereinseigenen Turnhalle.

Bereits im Dezember 2018 hat der TSV Prappach die Verwaltung darüber unterrichtet, dass sich "aufgrund der Senkung des Grundwasserspiegels Risse an der Außenmauer der Halle" bildeten. Weiter hieß es in dem Schreiben, dass nicht nur an der Außenmauer, sondern auch in den Umkleiden Schäden entstanden seien, die ein erhebliches Ausmaß angenommen haben. Vor kurzem suchte Oliver Beuchert als Vorsitzender des TSV Prappach das persönliche Gespräch mit Bürgermeister Günther Werner. Hier erklärte er, dass sich die geschätzten Gesamtkosten auf 26 938 Euro brutto beliefen und der Verein alleine mit dem regulären Fördersatz (13 Prozent auf die Nettokosten) nach den Vereinsförderrichtlinien der Stadt Haßfurt nicht zurechtkomme. Beuchert betonte, dass die Halle neben dem Sportbetrieb auch allen anderen Ortsvereinen zur Nutzung zur Verfügung stehe und verwies zudem auf die aus seiner Sicht bestehende Schlechterstellung der Vereine mit vereinseigenen Liegenschaften. Aus diesem Grund beantragte der Verein zusätzlich einen Sonderzuschuss über 5000 Euro.

Aus Sicht der Stadtverwaltung könnte aufgrund der besonderen Umstände des Einzelfalles, die die Verkehrssicherheit des Gebäudes gefährden, eine Nothilfe in der beantragten Höhe gewährt werden.

In der Diskussion ergriffen mehrere Stadträte das Wort. Stephan Schneider (SPD) zeigte sich verständnisvoll für die Belange der Vereine, insbesondere mit eigenen Bauten, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass man hier einen Präzedenzfall schaffe. Außerdem bemängelte er den förmlich ungenügenden Antrag: "Wenn nichts Schriftliches vorliegt, wird es unübersichtlich." Im Übrigen fragte sich Schneider, ob die Notsituation aus dem Nichts entstanden sei, weil der Zustand des Gebäudes schon seit Ende 2018 bekannt sei, oder ob irgendjemand hier etwas verschlafen habe.

Der Stadtrat Michael Weber (CSU) stimmte mit Stephan Schneider überein, grundsätzlich die Vereine zu unterstützen, aber auch ihm fehlten detaillierte Angaben.

Bürgermeister Günther Werner (WG) entgegnete, dass in der Kürze der Zeit, auch wegen der Ladungsfrist zur Sitzung, eine Anforderung von weiteren Unterlagen noch nicht möglich gewesen sei.

SPD-Stadtrat Manfred Stühler, der als ehemaliger Vorsitzender des FC Haßfurt reiche Vereinserfahrung hat, bezeichnete den Antrag als "WischiWaschi" und fragte sich, ob der in der Aufstellung erwähnte Zuschuss des BLSV schon genehmigt sei. Außerdem machte Stühler dem Gremium klar, dass sein Verein, der FC, auch sofort einen Antrag auf Sonderzuschuss stellen werde, wenn der vorliegende Fall positiv beschieden wird. Er verwies auf die marode Terrasse am Stadion, die auch einer dringenden Sanierung bedürfe. Außerdem würden wohl auch einige andere Vereine dem Beispiel der Prappacher folgen, so der SPD-Stadtrat.

Neue Richtlinien angeregt

Sven Schnös (JL/CSU) betonte, dass man froh sein müsse, wenn Vereine eigene Liegenschaften hätten. Wenn diese im Eigentum der Stadt stünden, wäre die Kosten noch höher. Für Fälle wie den vom TSV Prappach vorgebrachten solle man die Förderrichtlinien neu definieren, damit man es in Zukunft leichter habe zu entscheiden.

Jürgen Kehrlein (CSU) vertrat die Meinung, dass die Stadt bei Notlagen reagieren und der Verein handeln müsse. Außerdem betonte er, dass auch andere Vereine Probleme mit ihren Gebäuden bekommen, wenn man die Senkung des Grundwasserspiegels als Ursache zugrunde legt.

Manfred Stühler stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, bis ein ordentlicher Zuschussantrag vorliegt. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten mit einem Votum von 5:4 Stimmen zu.