Zum 1. Januar 2008 setzte die CSU in Bayern das Rauchverbot durch. Doch dieses Gesetz wies Lücken auf: Mit sogenannten Raucherclubs und anderen Grauzonen wie die angemeldete Theateraufführung konnte in Kneipen sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie im Bierzelt weitergeraucht werden.

Weil die CSU die Schuld am Stimmenverlust bei der Landtagswahl 2008 unter anderem dem Rauchverbot gab, wurde es zusammen mit dem Koalitionspartner FDP zum 1. August 2009 gelockert. Schon zwei Tage nach dem Landtagsbeschluss reichten die beiden ÖDP-Politiker Klaus Mrasek und Sebastian Frankenberger den Antrag auf die Zulassung eines Volksbegehrens im Landtag ein - mit genügend gültigen Unterschriften.

Zwischen 19. November und 2. Dezember 2009 sammelten die Befürworter rund 1,3 Millionen gültige Stimmen. Damit war das Volksbegehren rechtsgültig. Der Landtag lehnte unter der Mehrheit der CSU, FDP und Freien Wählern den Gesetzentwurf des verschärften Gesundheitsschutzgesetzes ab.

Unter dem Titel "Für echten Nichtraucherschutz!" wurden die Bayern zum Gesetzentwurf der ÖDP, SPD und Grünen befragt. Am 4. Juli 2010 stimmten knapp 61 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 37,7 Prozent für die Verschärfung und somit für das aktuelle geltende Gesetz. Das neue Rauchverbot trat zum 1. August 2010 in Kraft. sün