Das Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbands und des Bayerischen Jagdverbands im vollbesetzen Schützenhaus der Brauerei Kraus in Hirschaid. Eine ähnliche Veranstaltung war bereits in Himmelkron durchgeführt worden.
Seit 27. Juni 2017 wurden 114 Wildschweine, die positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet wurden, in der Region Zlin in der Tschechischen Republik bestätigt. Damit ist die Seuche nur noch 300 Kilometer von Deutschland entfernt.
Hartmut Wunderatsch, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbands, informierte die Anwesenden über die durchgeführten Quarantäne- und Eindämmungsmaßnahmen der dortigen Verantwortlichen. Er lobte unter anderem die Abschussprämien für das Schwarzwild in der Region und die Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte und Waldbesitzer. Mittlerweile gibt es auch Meldungen über den Befall von Hausschweinen im Baltikum, in der Ukraine, in Rumänien und in Polen.


Noch kein Gegenmittel

Die Afrikanische Schweinepest ist eine für Haus- und Wildschweine hochgefährliche und hochinfektiöse Seuche. Wie die Seuche verbreitet wird, lässt sich nicht genau feststellen. Das für Tiergesundheit und Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut sieht zurzeit eine deutlich erhöhte Gefährdungslage für Deutschland. Dabei wird die Gefahr der Einschleppung durch Menschen, zum Beispiel über mitgebrachte Wurstwaren, als hoch, die Gefahr durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen als mäßig eingestuft.
Prinzipiell gilt es, die Tierseuche, die für Menschen nicht gefährlich wird, zu vermeiden. Jedoch ist es wichtig, so Wunderatsch, dass die Seuche so schnell wie möglich bestätigt wird, wenn sie auftritt, damit die bereits vorbereiteten Krisenszenarien anlaufen können.
Ein Mittel gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es bisher nicht, die Forschungen laufen auf Hochtouren. Der Referent appellierte an Bauern, Waldbesitzer und Jagdpächter "mehr miteinander als übereinander zu reden". Verendetes Wild, das nicht durch den Straßenverkehr umgekommen ist, sollte liegengelassen und das zuständige Veterinäramt informiert werden. Für den Jagdverband und den Bauernverband wäre es besonders wichtig, dass der Schwarzwildbestand im Oberfranken bereits jetzt drastisch reduziert wird. Dazu könnten unter anderem auch die generelle Erlaubnis von Nachtsichtvorsatzgeräten für Zielfernrohre und künstlichen Lichtquellen sowie für Sau-/Frischlingsfänge führen. Weitere Maßnahmen wären revierübergreifende Bewegungsjagden, Abschussprämien und die Aufhebung der Schonzeit. Wichtig dabei sind immer ortsansässige Lösungen und ein intensiver Informationsaustausch zwischen Landwirten, Waldbauern und Jagdpächtern, über auftretende Wildschäden und gefährdete Kulturen.
Dieter Heberlein vom Bayerischen Bauernverband, Bezirksverband Oberfranken, würde sich wünschen, dass die Verbraucher mehr Schwarzwild beim regionalen Jagdpächter kaufen würden. Dies könnte auch Anreize schaffen mehr Schwarzwild zu erlegen.
Der Bayerische Bauernverband hat in einem "Merkblatt zur Biosicherheit in der Schweinehaltung" noch einmal die gesetzlichen Vorschriften und grundlegende Präventionsmaßnahmen zusammengestellt. Dieses ist bei den entsprechenden Kreisgeschäftsstellen erhältlich. Daneben gibt es Faltblätter für ausländische Saisonarbeiter und Lkw-Fahrer.