Ein medizinischer Workshop lockte Ärzte und Fachkräfte nach Kronach. Thema waren Theorie und Praxis des Luftröhrenschnitts.
Zu der interdisziplinären medizinischen Fortbildung hatte die Helios-Frankenwaldklinik Kronach eingeladen. Mit dem Thema "Atemwegssicherung im Notfall und Tracheotomie auf der Intensivstation" setzten sich neben Mitarbeitern der Klinik auch niedergelassene Ärzte und medizinisches Fachpersonal aus Kronach und aus anderen Krankenhäusern auseinander.
Der Schwerpunkt der mit fast 40 Teilnehmern gut besuchten Fortbildung lag in der Vorstellung und Einübung eines Luftröhrenschnitts an einer Übungspuppe. Justyna Swol, Chefärztin für Intensiv- und Notfallmedizin, erläuterte dazu: "Die erfolgreiche Sicherung der Atemwege ist eine der zentralen Aufgaben in der Notfallmedizin, da sich ohne ausreichende Sauerstoffversorgung der klinische Zustand des Patienten zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln kann." Atemnot sei für die Rettungsdienste eines der häufigsten Einsatzstichwörter und zugleich Leitsymptom für Notfälle mit Herz- und Atemwegserkrankungen.
Neben Swol referierten Beate Schellhorn, niedergelassene HNO-Fachärztin, Frank Fischer, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, sowie Uwe Fleischmann, Chefarzt für Anästhesie.
Vor allem die Sicherung der Atemwege vor dem Eintreffen in einem Krankenhaus sei schwierig, hieß es. Es gebe zahlreiche erschwerende Faktoren wie die begrenzte Ausrüstung von Rettungsdienst und Notarzt sowie die individuellen Kenntnisse des medizinischen Personals.
Der Workshop hatte sich daher zum Ziel gesetzt, Ärzte und medizinisches Fachpersonal soweit zu qualifizieren, dass sie in der Lage sind, einen schwierigen Atemweg zu erkennen. Im praktischen Teil wurde die Durchführung einer Tracheotomie unter verschiedenen medizinischen Bedingungen trainiert, damit die richtigen Handgriffe in der Notfallsituation sitzen. Dazu standen Übungspuppen zur Verfügung.
Ärzte und Pflegekräfte legten kräftig Hand an und übten verschiedene Szenarien ein. Das Fazit der Teilnehmer fiel sehr gut aus. Da die Zahl von Patienten in Pflegeheimen, bei denen ein Luftröhrenschnitt erforderlich ist, in den letzten Jahren angestiegen ist, ist eine weitere Fortbildung geplant. red