Wie kommen Italiener aus Wien, Neapel und Treviso nach Wiesenthau? Durch Zufall. Und was machen sie unterhalb des Walberla? Sie bereiten typisch italienische Köstlichkeiten zu. "Damit wollen wir unsere Gäste verzaubern", meint Besitzer Nenad Gizdavic, der von allen nur "Gianni" gerufen wird.

Gianni und Ehefrau Diana erfuhren durch Zufall, dass Nachfolger für das Restaurant im Schloss Wiesenthau gesucht werden. "Durch Corona hatte ich meine Arbeit verloren, also habe ich mir eine gekauft", erzählt Gianni, der 25 Jahre lang für eine österreichische Fluggesellschaft als "fliegender Koch" in der ganzen Welt unterwegs war.

Cocktails im Freien

Sein Heimatflughafen war Wien. Dort hat er auch das Mixen leckerer Cocktails gelernt. "Dieses Ambiente hier, die wunderbare Natur und die netten Menschen, das hat uns begeistert. Und diese Begeisterung wollen wir in unseren Speisen und Getränken an unsere Gäste weitergeben", schwärmt er. So gibt es neuerdings eine Outdoor-Cocktail-Bar im Schloss Wiesenthau.

Auf der Speisekarte stehen aber auch Pizzen. Ebenfalls durch einen Zufall lernten sich Gianni und Pizzabäcker Bruno d' Aria kennen. "Wir Neapolitaner werden als Pizzabäcker geboren. Wir backen mit Leidenschaft und Herzblut", erklärt Bruno d'Aria.

Sein Handwerk hat er in Italien von seinem Onkel gelernt. Bereits mit zwölf Jahren stand er dort in der kleinen Pizzeria. Als seine Mutter 1991 starb, fühlte er sich einsam und zog zu seinem Bruder nach Deutschland. Nach der Bundeswehr kam er 1994 nach Regensburg und blieb dort.

Nur Tomaten und Salz

Über eine Anzeige lernte er Gianni und Diana kennen und zog nach Wiesenthau. Mit Leidenschaft erklärt er, dass ein echter Pizzateig 48 Stunden gehen muss. Und dass eine echte italienische Pizzasoße nur aus pürierten Tomaten und Salz besteht - keine anderen Gewürze wie beispielsweise Oreganum.

Seine Spezialität ist eine frittierte Pizza, die er allerdings in Wiesenthau nicht zubereiten kann. Bruno d'Aria wurde zweimal Weltmeister im Pizzabacken in Italien und belegte dreimal den vierten Platz in Deutschland. Seine Spezialität hier in Wiesenthau ist die "Salsiccia Fresca", eine Pizza mit italienischer Wurst, Steinpilzen und Grana Padano.

Carbonara ohne Sahne

Der Dritte im Bunde ist Edoardo Grespan aus Treviso, das etwa 20 Kilometer von Venedig entfernt liegt. Er ist seit zwölf Jahren Koch und arbeitete in Treviso und Rom. "Im Oktober 2019 wollte ich einen neuen Weg einschlagen und in Deutschland neu beginnen", erzählt Grespan. Hier lernte auch er durch einen Zufall Gianni und Diana kennen, die ihm von ihrem neuen Vorhaben erzählten. Als gute Ergänzung zog er mit nach Wiesenthau.

"Ich möchte den Menschen hier die original italienische Küche mit ihren natürlichen und einfachen Zutaten näher bringen", erzählt er. Zum Beispiel lässt er die Sahne in der Carbonarasoße weg. "Die Gäste sollen die einzelnen Produkte schmecken", erklärt Grespan. Von dem Essen und dem Ambiente waren bei der Eröffnung auch Sparkassen-Chef Dr. Ewald Maier und Engin Erber von der Sparkasse Forchheim begeistert. "Es ist schön, hier außen zu sitzen und zu genießen", schwärmte Maier und ließ sich die von Bruno d'Aria zubereitete Pizza schmecken.