E s war am 3. Dezember und nicht etwa an einem 1. April: Der Rannunger Gemeinderat lehnte die Anschaffung von 25 Kubikmeter Baumpflanz-Substrat für vier Platanen ab, die auf dem Schul- und Kirchhof gepflanzt werden sollen. 2577 Euro (allerdings einschließlich Lieferung, Ausbaggern der Löcher und Einfüllen des Substrats) schienen Gemeinderat Franz Wolf dann doch viel zu viel, denn er hatte privat nur zehn Euro pro Kubikmeter bezahlt. Vier Gemeinderäte schlossen sich ihm an. Fünf waren zwar dafür, aber die Gemeindeordnung sagt da glasklar: "Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt." Die Bäume sind zum Glück beschlossene Sache und auch dringend nötig. Grün in jeglicher Form ist nämlich auf dem Schul- und Kirchhof mit seinen Pflasterflächen eher Mangelware. Bürgermeister und Gemeinderäte sollten sehr umsichtig und sparsam mit dem ihnen anvertrauten Geld der Steuerzahler umgehen, daran besteht kein Zweifel. Doch bei diesem Projekt gab es schon so viele Nachforderungen und zusätzliche Ausgaben, die alle genehmigt werden mussten, dass es nun darauf auch nicht mehr ankommt. Wie sagte Bürgermeister Fridolin Zehner so treffend: "Da draußen wurde schon so viel Geld versenkt ..." und weiter "das bleibt jetzt so lange liegen bis zur Einweihung". Letzteres geht natürlich auch nicht, und so wird das Thema hoffentlich in absehbarer Zeit wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderates auftauchen - mit welchem Ausgang wohl? Immerhin ein Gutes hat dieser Schildbürgerstreich: Die Narren haben nun ein nettes Thema für ihre Faschingssitzungen.