Zum Artikel über die Leiner-Bräu: Mit großer Bestürzung und Verwunderung habe ich Ihre Artikel betreffs der ehemaligen Leiner-Bräu in Förtschendorf gelesen.

In einer "Nacht- und Nebelaktion" wird der Gemeinderat völlig überraschend mit einer Abstimmung behelligt. Nur ein gewählter Gemeinderat hat die Situation erkannt und sich gegen diese Entscheidung gestellt.

Art. 14 GG, Eigentum verpflichtet. Seit 25 Jahren wachsen Birken aus dem Dach des Denkmals.

Nun endlich, dank großzügiger politischer Unterstützung, wird ein Privatobjekt mit ca. 2 Millionen Euro aus Steuergeldern saniert. Privatinvestition mit Steuergeldern, mal etwas anderes.

Für die ca. 2 Millionen, die als Förderung im Raum stehen, hätte man einen Prunksaal für, bei Bedarf, 300 Personen errichten können. Und davon hätten sogar die Steuerzahler und Bürger der Gemeinde Pressig etwas gehabt. Obwohl es ja in Pressig einen Saal gibt, leider wird der nur sehr selten genutzt. Oder man hätte die ein oder andere marode Straße instandsetzen können. Die Badstraße in Rothenkirchen wartet seit Jahrzehnten auf einen neuen Belag, darüber würden sich nicht nur die Anwohner freuen. Leider war für eine Instandsetzung nie Geld da. Jetzt wäre es da.

In einem Atemzug kann man hier noch den Ölschnitzsee in Windheim erwähnen. Dort gibt es auch seit Jahren einen Privatinvestor. Mit großem Aufwand investiert der Landkreis für die Attraktivierung und auch hier fällt immer wieder das Wort "Privatinvestor".

Auch hier investiert der Staat mehrere Millionen Euro und für den Privatinvestor bestehen keine Verpflichtungen. Nur gut, dass man ihm das alleinige Verkaufsrecht am See eingeräumt hat, eine tolle Sache.

Auf welcher rechtlichen Grundlage bekommt eine Privatperson das alleinige Verkaufsrecht? Warum erfolgt keine Ausschreibung mit der Bindung an Öffnungszeiten etc. Und warum ist dieses Verfahren nicht für uns Bürgerinnen und Bürger transparent? Man muss hier ganz klar die Steuergelder sehen, die zur Errichtung der Seeanlage verbaut worden sind bzw. noch verbaut werden. Den Fruchtertrag darf aber nur eine Privatperson ziehen, für mich unverständlich.

Und bevor der "Privatinvestor" investiert, muss er erst prüfen, welche Steuermittel, sprich Fördermittel, noch zusätzlich abgerufen werden können.

Übrigens, mir hat noch niemand beantworten können, wie viele "Privatinvestoren" in den Genuss von Steuergeldern in dieser Dimension kommen. Georg Büttner,

Steinbach