Viel zu kritisieren hatte Dritte Bürgermeisterin Erika Krauß an Bürgermeister Martin Rauscher und an der Gemeindeverwaltung bei der Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Niederfüllbach. Die Arbeit im Gemeinderat sei nicht gerade einfach, sagte Krauß in ihrem Bericht. Bei vielen Problemen drehe man sich im Kreis. Dies liege daran, dass die Sitzungen nach wie vor ungenügend vorbereitet seien. Die Probleme hierfür sieht Erika Krauß zum Teil in der Verwaltung, bedingt durch Krankheiten, neue Kräfte und Urlaub, aber auch beim Bürgermeister, der die Sachverhalte ungenügend vorbereite und dies oft auch nicht für notwendig halte. Aufgrund von Nachfragen müsse man dasselbe Thema in der Folgesitzung noch einmal behandeln. Der Bürgermeister habe immer wieder neue Ideen, die angeblich zu Einsparungen führten, aber letztendlich für die Gemeinde oft sehr teuer zu Buche schlügen.
Bei den Städtebaumaßnahmen gehe in Niederfüllbach nichts voran. Erika Krauß ist sich bewusst, das die Parksituation in der Parkstraße schwer zu lösen ist. Aber hier habe man von dem beauftragten Planungsbüro Strunz wesentlich mehr erwartet, dies gelte auch in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der Regierung in Bayreuth. Krauß: "Die Wünsche und Vorschläge stoßen dort auf Abneigung." Wann die Sanierung der Beckenhausbrücke erfolge, stehe auch noch nicht fest, da der Einmündungstrichter Uferstraße/Parkstraße grundlegend verändert werden und ein Zugang zum Bach entstehen soll. Außerdem ist geplant, das Brückengeländer dem der Schlossbrücke anzugleichen. "Aber wann soll dies geschehen?", fragte Erika Krauß.
Bei der Verlängerung des Erbpachtvertrages gab es im Vorfeld viele Irritationen mit der TSG um die Emil-Kirchner Halle. Nach Krauß' Ansicht wäre dies vermeidbar gewesen, wenn man das Gespräch gesucht hätte. Nach zwei Sitzungen mit den Fraktionsvorsitzenden und dem TSG-Vorstand sei eine unterschriftsreife Vorlage erarbeitet worden. Allerdings sei das Probleme mit dem Hallenboden, der durchfeuchtet ist, noch nicht geklärt. Man habe jetzt einen Gutachter eingeschaltet. Die Reparatur werde im hohen zweistelligen Bereich liegen, schätzt die Dritte Bürgermeisterin.
Dann gebe es ja noch die Sache mit der ICE-Brücke und der Deutschen Bahn. Hier sei ein Anwalt für die Gemeinde tätig geworden. Man müsse abwarten, wie das Gericht entscheidet.
Weiterhin ging die Vorsitzende auf die Mitgliederzahlen des Ortsverbandes ein und stellte fest, dass das Durchschnittsalter bei 63 Jahren liege. Das älteste Mitglied sei 85 Jahre alt. Nur sechs Mitglieder seien unter 50 Jahre.
Im vergangenen Jahr waren drei Abgänge zu verzeichnen, so dass die Mitgliederzahl auf 38 geschrumpft ist. "Der Ortsverband Niederfüllbach hat bisher vom ,Schulz-Effekt‘ noch nicht profitiert. Außerdem ist kaum jemand bereit, im Vorstand mitzuarbeiten", stellte Krauß fest.
Bei den Neuwahlen wurden alle Amtsinhaber in ihren Ämtern bestätigt. Vorsitzende ist Erika Krauß, stellvertretende Vorsitzende sind Thomas Geuther und Dagmar Dressel, zum Kassier wurde Henry Dresselm zur Schriftführerin Mona Metschke-Ernst gewählt. Die Beisitzer wurden auf drei Mitglieder reduziert. Es sind Walter Esch, Diana Geißler und Beatrice Liebke. Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld zeichnete zusammen mit Erika Krauß langjährige Mitglieder aus. Für 40 Jahre Parteizugehörigkeit wurden Helmut Kälber und Kurt Pießenecker geehrt.
Michael Stelzner