Ebensfeld — Die Vertreter von sieben Städten und Gemeinden von Lichtenfels bis Baiersdorf haben sich erstmals getroffen, um sich über die Entwicklung ihrer Seen auszutauschen. Das "Flussparadies Franken" und der Markt Ebensfeld hatten zu diesem ersten landkreisübergreifenden Austausch eingeladen.
Bei der Wasserqualität konnte Helmut Zapf von der Abteilung Gesundheitswesen des Landratsamtes Lichtenfels für seinen Bereich eine positive Bilanz ziehen. Die Seen unterlägen zwar einem natürlichen Alterungsprozess, jedoch könne durch gezielte Maßnahmen die Belastung mit Bakterien reduziert werden.
Dazu kam gleich der konkrete Praxis-Tipp aus Michelau zur Verringerung des Gänsekots am Badeufer: einfache Weidezäune abends am Uferrand aufstellen. Diese wirksame Maßnahme haben sich die Michelauer am Brombachsee abgeschaut.

Zwei Seen mit der Blauen Flagge

Größtes Interesse und wichtigstes Thema ist an allen Seen die Wasserrettung. Nur an zwei Seen, dem Ostsee in Bad Staffelstein und dem Ebensfelder See, ist in der Saison auch unter der Woche eine ganztägige Aufsicht vorhanden. Beide Seen sind als einzige in Bayern mit dem Qualitätszeichen der Blauen Flagge ausgezeichnet.
Die an vielen Badeseen von der BRK-Wasserwacht und von der DLRG ehrenamtlich geleistete Aufsicht kann in der Regel nur am Wochenende geleistet werden. "Wie bei vielen Ehrenämtern fehlt uns leider einfach der Nachwuchs", sagte Harald Beuschel von der BRK-Wasserwacht Lichtenfels, "und diejenigen, die dann voll ausgebildete Rettungsschwimmer sind, haben unter der Woche einfach keine Zeit". Der Markt Ebensfeld hatte sogar schon vergeblich versucht, über Anzeigen zum Beispiel Studenten als Saisonkräfte zu finden.
"Erschreckend ist, dass die Leute glauben, dass da schon irgendwo einer ist, der sie im Notfall rausholt, auch wenn die Signalfahne anzeigt, dass die Station gerade nicht besetzt ist", berichtete Detlef Sperlich von der Gemeinde Michelau. Er habe sogar schon erlebt, dass Badegäste am Rudufersee noch seelenruhig ins Wasser gegangen sind, obwohl schon die ersten Blitze am Himmel zuckten. Als er sie darauf angesprochen habe, bekam er zur Antwort, dass es noch keine Durchsage zum Verlassen des Sees gegeben habe und man doch sicherlich bei Gefahr gewarnt werde.
Das Resümee aller Beteiligten lautete daher, dass es im kommenden Jahr ein weiteres Treffen geben soll, bei dem das Thema Sicherheit am Gewässer im Mittelpunkt steht. red