Rugendorf  —  Ein Platz für ein Storchennest in Rugendorf scheint mittlerweile gefunden zu sein. "Als einzige Möglichkeit bietet sich dafür das Dach der Kirche an", teilte Bürgermeister Gerhard Theuer dem Gemeinderat in der Sitzung am Montagabend mit. Das sei das Ergebnis einer Ortsbesichtigung mit Vogelfachleuten. Bei weiteren angedachten Standorten seien Stromleitungen zu nah.

Die letzte Entscheidung dafür liege in den Händen des Kirchenvorstands als Hausherr der Kirche St. Jakob und St. Erhard, der dem Ansinnen positiv gegenüberstehe, berichtete dazu Gemeinderätin Sandra Zeitler. Die Statik des Kirchenschiffs sei bereits untersucht und für geeignet befunden worden.

Einstimmig hatte sich der Gemeinderat bereits im August 2021 auf Anregung von Gemeinderat Johannes Heyl dafür ausgesprochen, einen geeigneten Platz für ein Storchennest in Rugendorf zu finden, nachdem auf der Kirche und dem danebenliegenden Schloss elf Störche gesichtet worden waren. "Zwei Elternpaare mit ihrem Nachwuchs", vermutete Heyl. Es scheine so, "dass die Eltern ihren Nachwuchs weiter ins Tal hinter Untersteinach und Stadtsteinach entlang der Fränkischen Linie führen, um ihn dort zum Brüten im nächsten Jahr zu animieren".

Ob die Firma Schicker davon unterrichtet worden sei, dass der Gemeinderat grundsätzlich den Weg durch die Fläche nicht verkaufen werde, auf der Schicker-Umwelt die DK1-Deponie zu erweitern beabsichtige, wollte Gemeinderat Johannes Heyl bestätigt wissen. Von diesem Grundsatzbeschluss sei Schicker-Geschäftsführer Leutheußer per E-Mail Ende November unterrichtet worden, bestätigte VG-Geschäftsführer Florian Puff - ebenso, dass der Gemeinderat gegen eine Erweiterung nach Süden sei und bis Ende Februar eine vollständige und belastbare Planung fordert.

Über einen aus ihrer Sicht zu radikalen Heckenschnitt im Gemeindegebiet beschwerte sich Brigitte Radtke. Der Umgang mit der Natur habe in Rugendorf generell Nachholbedarf, sagte sie. Man hätte beim Heckenschneiden nicht alles auf den Stock zurückschneiden sollen, sondern den Vögeln noch Teile zum Brüten lassen sollen. Der Bauhof solle das nachschauen, schlug Matthias Rödel vor, es sei generell alles bis 60 Zentimenter abrasiert worden. Das sei aber laut Martin Weiß so sinnvoll, denn gerade wo abgeholzt wurde, würde mehr nachwachsen, als abgeschnitten worden sei, was Radtke mit der Anmerkung quittierte, "Man soll den Vögeln zwar Wasser geben, aber darauf achten, dass sie nicht ersaufen".

Nach einer Erhöhung im Jahr 2017 sind die Realsteuern in Rugendorf unverändert. Die Hebesätze für die Grundsteuern A und B liegen seither mit jeweils 330 v. H. erheblich und für die Gewerbesteuer mit 310 v. H. geringfügig unterhalb des Landesdurchschnitts. Das soll auch so bleiben, beschloss der Gemeinderat einstimmig. Die Steuersätze unterhalb des Landesdurchschnitts hätten allenfalls negative Auswirkungen bei der Gewährung von Bedarfszuweisungen, die Rugendorf allerdings nicht erwarte, merkte Bürgermeister Theuer dazu an.