Als verhältnismäßig gewerbesteuerstärkste Kommune im Landkreis hatte Rugendorf im vergangenen Jahr keine Schlüsselzuweisungen erhalten und musste zudem mehr zum kommunalen Finanzausgleich beitragen. Dass sich das aufgrund der wirtschaftlichen Einschränkungen in der Corona-Pandemie für dieses Jahr ändern wird, hatte VG-Kämmerer Matthias Stark bei der Verabschiedung des Haushalts für 2020 bereits vermutet - und tatsächlich auch Recht behalten: Der Entwurf des Haushalts 2021 sieht Schlüsselzuweisungen über 187 000 Euro vor.

Schuldenstand sinkt

Des Weiteren werden ab diesem Jahr wieder steigende Einnahmen aus der Gewerbesteuer erwartet, und: "Die Rücklage wächst, die Kreisumlage sinkt", fasste Stark bei der heuer etwas verspäteten Vorberatung des Haushalts zusammen. Zudem sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung in Rugendorf von 661 Euro im vergangenen Jahr auf heuer 565 Euro. Der Pandemie geschuldet sind wegen Unterrichtsausfällen unter anderem geringere Ausgaben für die Mittagsbetreuung der Grundschüler, wobei das Defizit für schulische Belange insgesamt dennoch um etwa zehn Prozent gestiegen ist.

Weniger Ausgaben stehen für kulturelle Zwecke an, da weniger Veranstaltungen stattfinden. Relativ gleich bleiben die Aufwendungen für das Haus der Jugend mit einem erwarten Defizit über 85 000 Euro. Gestiegen ist der Aufwand für den evangelischen Kindergarten auf nun 158 000 Euro. Ebenso für die TTC-Halle, für die weitere Kosten anfallen werden, nachdem an und in der Halle deutliche Feuchtigkeitsschäden festgestellt wurden.

Schlecht sieht es zurzeit mit dem Gemeindewald aus: Die Einnahmen aus dem Holzverkaufs sinken kontinuierlich; in diesem Jahr wird nur ein Sechstel des Erlöses aus dem Vorjahr erwartet.

Aufwärts geht es nun beim Gebäude des ehemaligen defizitären Dorfladens, das nun an eine Tagespflege vermietet ist, sodass sich die Investitionen der Gemeinde in den Umbau mit der Zeit amortisieren.

Bei unveränderten Einnahmen aus den Grundsteuern erwartet der diesjährige Haushalt eine deutliche Steigerung der Gewerbesteuern auf 930 000 Euro (gegenüber 400 000 Euro in vergangenen Jahr), aus denen allerdings die Gewerbesteuerumlage steigt. Um 300 000 Euro wird allerdings die Kreisumlage sinken, so dass die Gemeinde unter dem Strich eine Million Euro mehr an Steuereinnahmen als im Vorjahr erwartet. Dem Vermögenshaushalt können dann 506 000 Euro zugeführt werden.

Rücklagen steigen

Den Rücklagen werden in diesem Jahr 164 000 Euro zugeführt, sodass sie zum Jahresende 1,2 Millionen Euro betragen werden. Der Schuldenstand betrug zu Jahresbeginn 632 000 Euro, er wird bis Jahresende auf 537 000 Euro sinken. Den Haushalt 2021 wird der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung endgültig beschließen.