Rugendorf — Ein Baumkataster lässt die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Stadtsteinach-Rugendorf anlegen. Darin werden alle Bäume auf kommunalem Grund verzeichnet. Auf Rugendorfer Gebiet sind das etwa 500 ab einer relevanten Größe.

Zweck dieses Verzeichnisses ist es zunächst, genau zu wissen, welcher Baum der Gemeinde gehört und welcher privat ist. Denn dem jeweiligen Eigentümer obliegt auch eine Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, er ist dafür verantwortlich, dass von seinem Baum keine Gefahr ausgeht, dass er standfest ist und von eventuell abgestorbenen und abbrechenden Ästen niemand verletzt werden kann. Darauf sind Bäume zweimal im Jahr, einmal belaubt, einmal ohne Laub zu beurteilen und gegebenenfalls zu sichern.

Der Rugendorfer Anteil an den Kosten für das Kataster beträgt einmalig etwa 2400 Euro, die regelmäßige Prüfung der Bäume alle sechs Monate dann jährlich 1000 Euro.

Diesem Angebot einer Fachfirma stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend mehrheitlich zu; allerdings nicht ohne Widerspruch. Das Kataster, erläuterte Verwaltungsleiter Florian Puff, habe die VG beauftragt. Dafür sei auch schon Geld im aktuellen VG-Haushalt vorhanden. Die regelmäßge Überprüfung der Bäume ginge allerdings zulasten der jeweiligen Kommune. Dazu ergänzte Bürgermeister Gerhard Theuer, dass die Nachprüfung von Fachleuten gemacht werde, die diese dann auch bestätigen werde. Relevant sei dies, falls Personen oder Sachen durch Bäume zu Schaden kämen. Ohne den Nachweis einer regelmäßigen Überprüfung könnte sich die Haftpflichtversicherung der Gemeinde auf Fahrlässigkeit berufen und die Schadensregulierung verweigern.

Unabhängig von der professionellen Prüfung achte der Bauhof bei seinen Touren durchs Gemeindegebiet aber wie bisher auf den Zustand der Bäume. Bisher habe man bei Bedarf zusammen mit dem Kreisgartenfachberater verschiedene Bäume begutachtet, Friedhelm Haun höre nun aber auf. Ob 500 Bäume zweimal im Jahr tatsächlich sachgerecht für 1000 Euro, also für einen Euro pro Baum, überprüft werden könnten, daran zweifelte Martin Hohlweg. Martin Weiß regte sich zudem generell wegen solcher neuer Prüfungsregularien auf: "Wir haben immer mehr bürokratischen Sch...". Er und Johannes Heyl stimmten schließlich gegen den halbjährlichen Prüfungsauftrag.

Pumpe muss ersetzt werden

Haus der Jugend, Kindergarten und ein Wohnhaus werden über die Abwärme der Biogasanlage am Ortsrand per Fernwärme beheizt. Die Pumpe im Betriebsgebäude an der Biogasanlage läuft seit geraumer Zeit nur noch "im Störungsmodus" bei erhöhtem Stromverbrauch. Das bestätigte auch Gemeinderat Christian Burdich, der im Bauhof beschäftigt ist. Laut einer Überprüfung ist laut Bürgermeister Theuer nicht nur die Lagerung der Pumpe, sondern auch deren Elektronik nun irreparabel. Die Biogasanlage ist privat, das Fernwärmesystem aber Eigentum der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss deshalb, die Pumpe ersetzen zu lassen, und vergab den Auftrag über netto knapp 4000 Euro.

Die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein neues Baugebiet "Losau Ost" initiierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Dies hatten die Eigentümer von drei bisher landwirtschaftlichen Grundstücken am Ortsrand des Rugendorfer Ortsteil beantragt. Die insgesamt 8000 Quadratmeter sollen zu Wohnzwecken bebaut werden. Hierzu hatte der Gemeinderat keine Einwände - mit der Auflage, dass die Kosten für Planung und Erschließung die Eigentümer tragen werden.

Ebenso stimmte der Gemeinderat einer Bauvoranfrage im Ortsteil Eisenwind zu. Dort soll ein aufgelassenes landwirtschaftliches Anwesen inklusive Stall saniert und zu Wohnzwecken umgebaut werden.