Die Neudrossenfelder Skateranlage darf nicht mehr von Rollerfahrern benutzt werden. Das hatte Bürgermeister Harald Hübner (CSU) nach Beschwerden mehrerer Skateboardfahrer veranlasst. Eine Nachfrage beim Hersteller hatte ergeben, dass die Anlage weder für Roller, noch für Fahrräder konzipiert ist.

Hübner verlas in der jüngsten Sitzung das Schreiben des Herstellers und wies darauf hin, dass die Radien für Scooter ungeeignet seien. Zudem würden die Roller mit ihrem Stahlrahmen den Beton verkratzen. Außerdem seien Unfälle vorprogrammiert. "Ich werde die Anlage deshalb nicht freigeben", betonte der Bürgermeister.

Zweifel an den Aussagen

Doch die Aussagen der Hersteller zweifelten die anderen Gemeinderäte an. Björn Sommerer (FuG) warf dem Bürgermeister vor, dem Anliegen der Scooterfahrer und deren Eltern kein Gehör geschenkt zu haben und zweifelte an, dass die Anlage nicht geeignet sei. "90 Prozent der Nutzer sind doch Scooterfahrer", so Sommerer.

Rainer Strobel (FW) hatte ebenfalls den Kontakt zu Eltern gesucht und sprach sich für den Vorschlag des Bürgermeisters aus, Skater und Scooterfahrer mit einem Fachmann an einen runden Tisch zu setzen. Die Verwaltung schlug vor, dieses Treffen im Frühling anzuberaumen, doch Thomas Erlmann (WG Waldau) trat für eine schnelle Beurteilung ein. "Wir sollten den Tüv beauftragen, die Lage zu überprüfen und die Gefährdung darzustellen - und zwar so schnell als möglich", sagte Dieter Bauernfeind (CSU). Gegen die Stimme von Björn Sommerer wurde dieses Vorgehen befürwortet. Sommerer hatte sich eine feste Fristsetzung im Beschluss gewünscht.

Gegen Vollaubau

Die Straßen in Neudrossenfeld sind vermessen worden. Das Ingenieur-Team Gebhardt Hahn GmbH aus Bayreuth stellte nun dem Gemeinderat die Ergebnisse vor. Das Gremium zeigte sich mit dem Umsetzungsvorschlag einverstanden.

Manfred Gebhardt schlug vor, in den nächsten Jahren 1,85 Millionen Euro in die Sanierung der Straßen und der stark beschädigten Kanäle zu investieren. Noch einmal 520 000 Euro seien für das Wasserleitungsnetz vorgesehen. "Einen Vollausbau würden wir nicht empfehlen, das wäre unwirtschaftlich", erklärte der Experte. Hier müsste man mit einer Investition von 1,42 Millionen Euro allein ins Straßennetz rechnen.

Der Ingenieur betonte, dass man sich bei den Planungen darauf konzentriert habe, nur stark beschädigte Kanalabschnitte auszutauschen. Nicht angetastet werden sollte die Mischwasserentwässerung, zumal dies die Anwohner über Gebühr belasten würde.

Das sind die Straßen

Im Zuge der Sanierung von Weinbergstraße, Friedhofsweg, Gerhart-Hauptmann-Straße, Adalbert-Stifter-Straße und der Straße Am Festplatz würden Bordsteineinfassungen und Randeinfassungen ausgetauscht. Außerdem sollten im Bereich des Kindergartens weitere Parkflächen entstehen. Dafür falle der Fußweg weg. Dieser Vorschlag kam bei den Räten nicht gut an. Das Ingenieurbüro soll die Planung noch einmal dahingehend überprüfen, ob nicht doch ein Fußgängerbereich angelegt werden könne, war man sich einig. Schon im Frühling 2021 sollen die Ausschreibungen für die Maßnahme getätigt werden. Im nächsten Jahr könnten dann 775 000 Euro verbaut werden. Im Jahr 2022 sind 478 000 Euro eingeplant, im darauffolgenden Jahr der Rest.

Björn Sommerer merkte noch an, dass die Sanierung der Weinbergstraße möglichst in die Schulferien gelegt werden sollte.