Die Erweiterung der Gewerbeflächen im Süden Röttenbachs ("Süd im Sand II") ist seit längerer Zeit umstritten. Insbesondere der Bund Naturschutz (BN) kritisierte immer wieder die Zerstörung von Naturräumen und den damit verbundenen Flächenverbrauch.

In der jüngsten Röttenbacher Gemeinderatssitzung herrschte allerdings Einigkeit bei den Abstimmungen zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan. Beide Vorlagen wurden einstimmig angenommen, nachdem Planer Matthias Rühl von der Arbeitsgemeinschaft Stadt & Land aus Neustadt/Aisch die Stellungnahmen der Gemeinde zur zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung erläutert hatte.

Aus Sicht der beteiligten Behörden von Landratsamt bis Feuerwehr liegen keine maßgeblichen Einwände mehr vor. Mögliche Grundwasserprobleme hatte die Gemeinde unter anderem durch ein Verbot von Kellerräumen aufgegriffen und sieht sich hier gewappnet, wenngleich es laut SPD-Fraktion schon im bestehenden Gebiet vereinzelt Probleme damit geben soll. Auch beim Imissionsschutz sprechen nach einer aktuellen Studie keine Gründe gegen eine Nutzung als Gewerbegebiet, nur nachts müsse es ruhig sein.

Die meisten Einwände brachte erneut der BN vor, der die Zerstörung der Feuchtwiesen als "unverantwortlich" und den Flächenverbrauch als "maßlos" bezeichnete. Auch die von der Gemeinde angebotenen Ausgleichsflächen sieht man als ungenügend an. Die Gemeinde wiederum argumentiert, wie schon in der ersten Beteiligungsphase, dass man in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden plane und das vom BN angesprochene Biotop ohnehin nur noch teilweise existiere. Auch die von den Naturschützern vermuteten Arten kämen auf der Fläche nicht vor.

Pufferzone für den Laubfrosch

Was den Naturschutz betrifft, plant Röttenbach eine Pufferzone für den Laubfrosch einzurichten und ein Monitoring zum Neuntöter durchzuführen. Das neue Gewerbegebiet sei zudem notwendig, da es keine Nachverdichtungsflächen im Ort gibt und Bedarf besteht. Der geänderte Flächennutzungsplan soll nun schnellstmöglich beim Landratsamt vorgelegt werden, welches dann maximal drei Monate Zeit zur Beurteilung hat.

Ein weiteres mögliches Bauvorhaben könnte auf dem derzeit als Parkfläche genutzten Gelände an der Bauhofstraße realisiert werden. Die Fraktion der Freien Wähler brachte einen Antrag ein, die Optionen einer seniorengerechten Bebauung zu prüfen. Hintergrund ist, dass die Anfang des Jahres eröffnete Tagespflege St. Barbara sehr gut angenommen wird und weiterer Bedarf nach ähnlichen Angeboten bestehe.

An ein Seniorenheim denken

Wie Johann Götz (FW) erläuterte möchte man Gespräche mit der Caritas Erlangen und der Joseph-Stiftung Bamberg führen, um die Potenziale am Standort auszuloten. Er betonte, dass man sozialverträglich und "ausdrücklich keine Eigentumswohnungen" plane. Die SPD-Fraktion begrüßte den Antrag und griff diesen auf, um eine größere Debatte anzuregen. Richard Schleicher gab zu Bedenken, dass ein Seniorenheim an dieser Stelle wohl nicht realisiert werden kann, aber auch in diese Richtung gedacht werden sollte. Sein Fraktionskollege Horst Bittel regte eine Zukunftsstudie an und plädierte dafür, dass die Gemeinde bereits jetzt ausreichende zusammenhängende Flächen erschließen sollte. "Der Antrag der Freien Wähler ist mir hier zu kurz gedacht", so seine Kritik.

Vonseiten der FW wiederum wurde betont, man wolle jetzt eben mal einen Anfang machen. Bittel warf im Gegenzug Götz vor, sich dem weitergehenden Antrag der SPD verschließen zu wollen. Letztendlich war alles aber viel Lärm um nichts. Der Gemeinderat stimmte einstimmig sowohl für den ursprünglichen Antrag der Freien Wähler als auch den erweiterten Antrag der SPD für eine entsprechende Gesamtplanung.