von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Röttenbach — Alina und Jasmin zeigen Regina von der Rotkreuzbereitschaft Baiersdorf ihren Ort. Röbalino ist mit knapp 130 Einwohnern die kleinste Gemeinde des Landkreises. Sie existiert nun schon über fünf Jahre, aber nur in den ersten Sommerferientagen, wenn Röttenbachs Jugendpfleger Frank Schulte dazu die Kinder ab der zweiten Klasse einlädt.
Röbalino hat für seine Größe ungewöhnlich viele öffentliche Einrichtungen, unter anderem eben die zwei Fremdenführerinnen und - ein Krankenhaus. Dort arbeiten Johanna, Emma und Helen als "Krankenschwestern". "Wir haben von Karin schon gelernt, wie man Pflaster auf aufgeschürfte Knie, Kinn und Ellbogen aufklebt", erklärt Johanna.
Karin kommt von der Rotkreuzbereitschaft in Baiersdorf und hat jetzt zum fünften Mal die Notfallbereitschaft für das Ferienlager übernommen. "Heuer ist noch nichts Ernsthaftes passiert", kann sie berichten. "Aber Pflasterkleben oder Hilfe bei einem Wespenstich, das ist auch wichtig." Für die Eltern ist es angenehm zu wissen, dass im Notfall sofort sachkundige Hilfe da ist.
Regina hat derweilen mit ihren zwei Führerinnen den Rundgang beendet. Sie ist beeindruckt, wie interessant die Kinder ihr Gemeinwesen eingerichtet haben. Bei der Ratssitzung trägt der Bürgermeister eine Amtskette, bei Bank und Finanzamt herrscht reger Betrieb. Begehrtester Ort neben der kühlen Karibik-Bar - sie führt auch Kaffee für die Älteren - ist bei mehr als 35 Grad das Freibad. Um ein großes Planschbecken haben die Gemeindearbeiter einen kleinen Sandstrand aufgeschüttet. Dort tobt gerade eine Wasserschlacht.
Leider finden auch die Wes-pen diesen Ort anziehend. Und dummerweise auch den Oberarm eines Mädchens. Mit schmerzverzerrtem Gesicht läuft es ins "Krankenhaus", genauer: ins Spielmobil, dessen eine Hälfte Karin als Notfall-Behandlungsraum eingerichtet hat. Mit einer halben angeschnittenen Zwiebel bekämpft sie die Schwellung. Das Mädchen lächelt tapfer.

Gelehrige "Krankenschwestern"

Die "Krankenschwestern" erzählen weiter, was sie schon alles gelernt haben. Sie haben genau aufgepasst, merkt man sofort, als Helen schildert, was man tun muss, wenn jemand ohnmächtig ist. Die stabile Seitenlage beherrschen sie. "Man muss den Mund öffnen, falls der Mensch spuckt, und damit er Luft bekommt", beendet Helen ihre ausführliche Darstellung.
Emma und Johanna zeigen dann noch, wie man ein Pflaster auf eine verletzte Fingerkuppe klebt. Nicht einfach irgendwie. Zuerst müssen die Ecken am Knickpunkt ausgeschnitten werden. Dann zieht Emma die Klebeseite ab. "Man darf ein Pflaster nie an der weißen (Innen-)Seite anfassen und muss es schnell auf die Wunde tun", erklärt sie dazu. Bei Karin haben sie gelernt, wie die Klebeseiten nacheinander an den Finger gedrückt werden müssen. "So hält das viel besser. Man bewegt ja den Finger", ergänzt Helen.
Auch Regina ist zufrieden. Sie ist mit einem Rettungswagen vorgefahren und zeigt nun den Kindern gruppenweise die Ausstattung. Wo der Sauerstoff herkommt, den Haken für Infusionslösungen, das Telefon, mit dem das Krankenhaus informiert werden kann, und das EKG. Pascal hat das schon selber erlebt. Er erinnert sich noch gut, wie die Messpunkte auf seinen Körper geklebt wurden. Die Umstehenden sind beeindruckt, müssen dann aber anderen Kindern Platz machen.